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Celle Stadt "Celle lässt mein Herz höher schlagen"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Celle lässt mein Herz höher schlagen"
18:29 06.06.2017
Von Dagny Siebke
"Spektakulär" fand Staatsministerin Monika Grütters die Schlosskapelle, die der Bundestagsabgeordnete Henning Otte und Oberbürgermeister Jörg Nigge ihr zeigten. Quelle: Alex Sorokin
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Bundestagsmitglied Henning Otte (CDU) und Oberbürgermeister Jörg Nigge (CDU) zeigten Grütters das Fachwerkensemble und die vier Sonderausstellungen „Zeichen setzen – 500 Jahre Reformation in Celle“. 100.000 Euro steuerte der Bund zum Gesamtetat von 580.000 Euro bei.

Nicht nur klassische Orte der Reformation erhielten eine Förderung. "Überall wurden spezifische Aspekte herausgearbeitet", erklärte die Staatsministerin. Für Celle charakteristisch sei das eindeutige Handeln der Fürsten. "Sie haben sich schnell für die Reformation entschieden und diese unblutig vorangetrieben", so Grütters. Positiv überrascht war Grütters von der Ausstellung "Und jetzt?": "Sie versucht zu zeigen, was die Reformation heute noch für uns bedeutet. Und das witzig und pointiert."

Die Staatsministerin betonte: "Bis heute hat die Reformation in Celle sichtbare Spuren hinterlassen. Nicht einmal mehr in Wittenberg sind diese Spuren so gut erhalten geblieben." Die Celler Schlosskapelle ist ein Gesamtkunstwerk der Reformation. Diese fand die Kunsthistorikerin besonders faszinierend. Mittels 3-D-Technik erwacht die Kapelle in der gotischen Halle zu neuem Leben. "Auch wenn sie dort größer wirkt, als sie tatsächlich ist", so Grütters. Für die Bundespolitikerin gehört die Schlosskapelle zum nationalen Kulturerbe und habe gute Chancen, Unesco-Stätte zu werden. Doch die aufwendige Antragstellung überfordere viele Kommunen, warnte sie zugleich. Vor einer möglichen Bewerbung will Kulturdezernentin Susanne McDowell zunächst die Machbarkeitsstudie zur Öffnung der Schlosskapelle abwarten. Zu dieser gehört auch der Gottesdienst am 23. Oktober mit dem Landesbischof, der in die Stadtkirche übertragen werden soll.

Grütters bezeichnete die Residenzstadt als "Kleinod in einem vorbildlichen Zustand". Es sei erstaunlich, dass diese den Krieg und "die Versuchungen der 70er Jahre" überstanden habe, als zahlreiche Fußgängerzonen ausgebaut wurden. Für viele Städte seien Schlösser mit ihrem hohen Sanierungsaufwand eher eine Last. Oft könnten sie nur für die Verwaltung genutzt werden.

Grütters habe positive Erfahrungen bei der Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung gemacht. Zum Beispiel beim Ankauf der Pokale und der Einweihung der Lichtinstallation. "Ich sehe die ganze Republik. Viele Städte wären neidisch auf Celle", sagte Grütters. Schließlich gebe die Stadt Celle rund 2,5 Prozent des städtischen Haushalts für die Kultur aus. Im Bundesdurchschnitt seien es nur 1,6 Prozent. Grütters ermunterte Celles Oberbürgermeister, weitere Förderanträge zu stellen. "Sie werden folgen", versicherte Nigge.