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Celle Stadt Celle plant ohne Müll aus Gifhorn
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celle plant ohne Müll aus Gifhorn
18:41 26.11.2014
Celle Stadt

"Die Gespräche wurden für gescheitert erklärt, bevor sie begonnen haben", sagt Geschäftsführer Henry Mäurer vom Celler Zweckverband Abfallwirtschaft. Am Dienstag hatte er die Verbandsversammlung offiziell darüber informiert, dass der Zweckverband den Müll der Haushalte im Nachbarlandkreis Gifhorn nicht entsorgen wird. Noch im Sommer hatte alles auf eine Kooperation des Celler Zweckverbands Abfallwirtschaft mit dem Landkreis Gifhorn hingedeutet, inzwischen ist das Vorhaben zu den Akten gelegt.

Im Nachbarlandkreis schafft zurzeit noch das Unternehmen Remondis den Müll beiseite. Da der Vertrag 2017 ausläuft, hatte der Landkreis die Entsorgung wieder in eigene Regie übernehmen wollen und nach einem Partner gesucht. Im Juni hatte der Gifhorner Umweltausschuss dafür votiert, mit dem Celler Abfallzweckverband Gespräche zu führen.

Die Celler Verbandsversammlung hatte Anfang Juli ebenfalls grünes Licht für die Verhandlungen gegeben. Zu einem Gespräch und der Besichtigung der Anlage, zu dem der Zweckverband die damalige Gifhorner Landrätin Monika Lau nach Celle eingeladen hatte, war es aufgrund von Terminschwierigkeiten nicht gekommen. Am 8. September stellte sich der Abfallzweckverband bei der Verwaltungsspitze des Landkreises Gifhorn vor und zeigte Aspekte einer möglichen Kooperation auf. Aus der Zeitung erfuhr Geschäftsführer Henry Mäurer dann am 7. Oktober, dass der Landkreis Gifhorn an einer Zusammenarbeit nicht mehr interessiert sei.

Über die Art und Weise dieser Information sei er nicht erfreut gewesen, räumt Mäurer ein. Auch hätten im Umweltausschuss des Landkreises Gifhorn am 14. Oktober falsche Informationen auf dem Tisch gelegen. Die Investitionen etwa für neue Fahrzeuge hätte nicht der Landkreis Gifhorn tragen müssen, sondern der neue Betrieb. Sie wären auch nicht zusätzlich zu den Einsammlungskosten angefallen, sondern Bestandteil derselben geworden.

Die Müllgebühren des Abfallzweckverbands werden nach Mäurers Angaben 2015 stabil bleiben. Der Wirtschaftsplan umfasst gut 33 Millionen Euro in Aufwand und Ertrag. In Höfer wird der Ausbau der Deponie fortgesetzt, in Altencelle ist der Neubau einer Demontagehalle für Elektroaltgeräte geplant, zudem sollen dort die Fahrzeughalle und das Reifenlager erweitert werden. Um die Investitionen tätigen zu können, ist eine Kreditaufnahme von 7,868 Millionen Euro vorgesehen.

Von Joachim Gries