Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Celle soll Fahrradstadt werden
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celle soll Fahrradstadt werden
22:14 20.05.2015
Ganz wie in Deutschlands Fahrradhauptstadt Münster sieht es am Fahrradständer vorm Alten Rathaus in Celle noch nicht aus. Doch sieht Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende vor allem E-Bikes auf dem Vormarsch. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Auf manchen Wegen durch die Stadt laufen Fußgänger neben Fahrrädern, die bis zu 20 Kilometer pro Stunde mehr drauf haben. Bei Elektrofahrrädern sei die Unfallgefahr erheblich größer als bei herkömmlichen Rädern, befürchtet Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD). Mit dem Trend zu immer mehr E-Bikes müssten die ohnehin komplizierten Beschilderungen und Wegenetze überholt werden: "Wir müssen auf diesen Wandel reagieren und uns kluge Lösungen organisieren", sagt Mende. Nicht nur innerstädtisch, sondern auch auf überregionalen Fahrradwegen sieht er Handlungsbedarf. "Die Menschen sind mit dem Elektrofahrrad viel eher bereit, Strecken über 40 Kilometer zu fahren."

Nach seiner Sicht die einfachste Möglichkeit ist daher der Beitritt zur Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK) in Niedersachsen. Darüber entscheidet der Celler Stadtrat in seiner heutigen Sitzung. Die AGFK will noch im Mai einen Verein gründen. Sie finanziert sich über Mitgliedsbeiträge. Für die Stadt Celle wären das jährlich 3000 Euro.

Laut Beschlussvorlage erfüllt Celle die Aufnahmekriterien. Doch Celle muss einiges tun, um die Auszeichnung "fahrradfreundliche Kommune" zu erhalten. Neben der Benennung eines Fahrradbeauftragten müsse auch der politische Wille zur kontinuierlichen Weiterentwicklung der Radverkehrsförderung erkennbar sein. Diese hat der Rat der Stadt Celle mit dem Stadtentwicklungskonzept Mobilität, dem Lärmaktionsplan und auch mit dem Klimaschutzkonzept beschlossen. Die intensive Förderung des Radverkehrs sei ein wesentlicher Baustein der Nahmobilität, daher empfiehlt Stadtbaurat Ulrich Kinder den Beitritt und die damit verbundene Mitarbeit.

Das Land wird die AGFK mit 60.000 Euro im Jahr für die Geschäftsstelle und 20.000 Euro für Projekte und Öffentlichkeitsarbeit fördern – für zunächst fünf Jahre. Da geht es um gemeinsame Flyer, Plakate und die Mitgliedschaft als "Qualitätsmerkmal". Zum Stichwort "Vernetzung" gehören die gestärkte Interessenvertretung kommunaler Akteure gegenüber Land und Bund, der Erfahrungsaustausch untereinander und Hilfe durch Gutachten, Musterlösungen und die von Mende erhofften "Best-Practice-Beispiele". Die AGFK unterstütze die Kommunen und schaffe "Synergieeffekte" hinsichtlich Personal-, Zeit und Kosteneinsatz. In Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg gibt es die AG bereits.

Von Dagny Rößler