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Celle Stadt Celle soll von innen wachsen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celle soll von innen wachsen
19:55 19.10.2015
Von Gunther Meinrenken
Celle von innen entwickeln Kieferngrund Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Die Entwicklung der Gewerbegebiete in der Residenzstadt läuft gut. Das Wietzenbrucher Gewerbegebiet „Kolkwiesen“ ist nach Jahren aus seinem Dornröschenschlaf erwacht, neue Gewerbeflächen in Altenhagen sind in der Erwartung, dass dort irgendwann einmal die Ostumgehung vorbeiführen wird, der Stadt förmlich aus den Händen gerissen worden. Die CDU hat dennoch ein Haar in der Suppe gefunden. Ihrer Meinung nach konzentrieren sich die Verantwortlichen im Neuen Rathaus zu sehr darauf, dass sich neue Unternehmen auf noch freien Flächen ansiedeln, statt Leerstände und Lücken in bestehenden Gewerbegebieten zu nutzen. Mit diesem Ansatz möchten die Celler Christdemokraten ein weiteres Ausufern der Stadt verhindern. Celle, so das Motto, solle von innen wachsen.

Mit ihrem Anstrag wendet sich die CDU gegen eine maßlose Nutzung von neuen Flächen. „Es wird hochgerechnet, dass in Deutschland täglich für Siedlungs- und Verkehrszwecke immer noch neue Flächen im Umfang von 73 Hektar, das entspricht über 100 Fußballfeldern, verbraucht werden“, merkt CDU-Ratsherr Hartmut Knigge an. Dies führe zu wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Nachteilen.

„Andererseits ist der damit verbundene laufende Verlust von intensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen vor dem Hintergrund einer weiter wachsenden Weltbevölkerung, dem Abholzen von Tropenwäldern zur Gewinnung von Acker- und Weideflächen sowie der Tatsache, dass die EU zum Netto-Importeur von Lebensmitteln geworden ist, immer weniger zu vertreten“, führt Knigge weiter aus. Die CDU hat jetzt beantragt, dass die Stadt bis Ende Februar kommenden Jahres eine „Bestandsaufnahme zur Innenentwicklung“ erarbeiten soll. Dabei sollen den Ratsgremien alle relevanten „Flächen-, Grundstücks-, Planungs- und Erwartungsdaten“ vorgelegt werden.

„Es geht um die Erfassung der Brachflächen, um Leerstände in Gewerbegebieten oder Flächen, die nur zum Teil genutzt werden und um größere Flächen, auf denen man Eigenheime oder Wohnungen bauen könnte. Es macht Sinn, zuerst diese zu nutzen, bevor man an den Rand der Stadt geht“, so der Wirtschaftsexperte der CDU. Auf Basis dieser Zahlen könnte man zusammen mit der Politik untersuchen, welche Potenziale in den einzelnen Stadtteilen liegen, eine drohende Verödung erkennen und Programme und Ideen entwickeln, wie die Flächen besser zu nutzen seien.

„Mir ist klar, dass die Verwaltung mit der Nachverdichtung schon etwas auf den Weg gebracht hat, um im Bereich des Eigenheimbaus eine Innenentwicklung zu fördern. Uns geht es aber beispielsweise nicht um die kleinen Baulücken, sondern um größere Grundstücke, auf denen vielleicht drei oder fünf Eigenheime Platz hätten. Für eine Familie ist das zu groß, wenn wir es aber schaffen, den Besitzer und einen Investor zusammenzubringen, kann man mehr erreichen“, hofft Knigge.

Den Aufwand bei der Stadt, die Daten zusammenzustellen, hält er für relativ gering. „Im Grunde genommen liegt im Neuen Rathaus alles vor. Es muss nur aufbereitet werden“, ist Knigge sicher.