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Celle Stadt Celler AKH: Live-OP in den Hörsaal der MHH
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler AKH: Live-OP in den Hörsaal der MHH
16:47 14.02.2014
Von Gunther Meinrenken
Professor Dr. Stephan Hollerbach, Schwester Birgit Funke, Professor Dr. Joachim Arnold und Schwester Karin Bradbury (von links) demonstrierten gestern im AKH moderne endoskopische OP-Verfahren. Die Behandlung wurde live in den Hörsaal der MHH zum Endoskopischen Forum übertragen. Quelle: Benjamin Westhoff
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Moderne Medizin zeichnet sich nicht nur durch ständige Weiterentwicklungen bei den Operationsverfahren aus. Auch bei der Weiterbildung setzen Ärzte längst auf den Einsatz neuer Technik. Bester Beweis: Beim 10. Endoskopischen Forum in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) sind gestern operative endoskopische Eingriffe unter anderem direkt vom AKH Celle aus in den Hörsaal der MHH übertragen worden.

Zu den Operateuren gehörte auch Professor Dr. Stephan Hollerbach, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie am AKH. Zusammen mit seinen Kollegen Professor Hans Seifert vom Universitätsklinikum Oldenburg und Professor Joachim C. Arnold vom Krankenhaus Rotenburg/Wümme stand er in der Celler Klinik am Behandlungstisch. Die Ärzte behandelten insgesamt sechs Patienten mit einem Früh-Tumor der Speiseröhre, mit Steinproblemen an den Bauchspeicheldrüsengängen, mit einer Bauchspeicheldrüsenzyste und einem Polypen im Darm. Dabei wurden die einzelnen Schritte live kommentiert und auch wichtige Hinweise gegeben, etwa über die Bereitstellung der Operationsmaterialien und -gerätschaften.

Hollerbach gilt als versierter Experte einer besonderen endoskopischen Technik, der so genannten Endo-Sonografie (EUS). Dabei wird die Magenspiegelung mit einer Ultraschall-Sonde im gleichen Gerät kombiniert. „Dieses Vorgehen erlaubt ein ‚Hinter-die-Wand-Schauen‘ im Magen-Darm-Bereich, was auf diese Weise dann auch kaum eingreifende örtliche Behandlungs-Verfahren erlaubt, wie zum Beispiel das Entnehmen von Gewebsproben etwa aus Lymphknoten – oder örtliche Behandlungsverfahren außerhalb von Magen, Speiseröhre und Dünndarm“, erklärte der AKH-Chefarzt.

„Endoskopische Verfahren haben sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten enorm weiterentwickelt. Sie haben heute in der Diagnostik und Therapie von Erkrankungen des Bauchraums einen großen Stellenwert“, sagte Hollerbach. So könnten bestimmte Tumoren und große Polypen mittels Spiegelungen aus dem Magen oder Darm entfernt werden, ohne dass eine Operation mit entsprechenden Narben notwendig sei. Die Live-Übertragung der endoskopischen Eingriffe sei eine sehr anschauliche Methode, um niedergelassenen und Facharztkollegen die neuesten Operationsverfahren nahe zu bringen, so Hollerbach.

Das Endoskopische Forum wird zusammen mit der Norddeutschen Gastroenterologen-Gesellschaft (NDGG), die die Bundesländer Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Hamburg und Bremen repräsentiert, veranstaltet. Im Rahmen der Jahrestagung sind gestern etwa 200 Fachärzte und Operationsassistentinnen in die MHH gekommen.