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Celle Stadt Celler AKH verbessert Notaufnahme
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler AKH verbessert Notaufnahme
21:08 23.05.2014
Von Gunther Meinrenken
Dr. Ewald Hüls, Chefarzt der Zentralen Notfallambulanz, ist begeistert über das neue Computer gestützte System, mit dem die Abläufe in der Notaufnahme entscheidend verbessert werden. Quelle: Benjamin Westhoff
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Viele Menschen, die mit Beschwerden in die Notaufnahme kommen, empfinden ihr Leiden als das schlimmste. Für Wartezeiten hat kaum einer der Patienten Verständnis. Doch die Ärzte und das Pflegepersonal müssen nach objektiven Kriterien die Fälle nach ihrer Dringlichkeit einstufen. Am AKH bedient man sich seit einiger Zeit des Manchester Triage Systems (MTS) – französisch "trier", sortieren – bei dem die Patienten nach ihren Symptomen in verschiedene Kategorien eingeteilt werden. Nun wird diese Methode im Hintergrund durch ein Computersystem gestützt.

Am AKH übernimmt das Pflegepersonal die Ersteinschätzung. Grit Michaelis, Teamleiterin der Zentralen Notfallambulanz (ZNA), hat einen maßgeblichen Anteil an der Einführung von MTS. Sie selbst hat eine Zusatzausbildung absolviert, seit 2009 werden die Pflegekräfte der ZNA in dem System geschult. "Unmittelbar nach der Aufnahme wird der Patient je nach Symptomen, Beschwerden und bestimmten Werten wie Blutdruck und Körpertemperatur einer von fünf Dringlichkeitskategorien zugeordnet. Nach diesen wird festgelegt, wann der Patient spätestens durch einen Arzt untersucht und behandelt werden muss", erläutert Michaelis.

Habe dies schon mehr Struktur in die ZNA gebracht, so hat die Versorgung der Notfälle nun einen weiteren Sprung gemacht. Das ganze System ist jetzt computergestützt. Dr. Ewald Hüls, Chefarzt der ZNA, ist begeistert. „Das verschafft uns auch bei hohen Patientenzahlen jederzeit den notwendigen Überblick. Es ist immer erkennbar, ob der Patient triagiert ist, in der vorgegebenen Zeit untersucht wurde oder die Zeitvorgaben drohen, überschritten zu werden."

Habe man vorher die Patientenakten mit einem Aufkleber farblich markieren müssen, so erscheine die Einstufung nun auf dem Computerbildschirm. "Darüber hinaus werden fertige Befunde wie aus dem Labor angezeigt und wir wissen immer genau, wo der Patient sich gerade aufhält. Im Ergebnis werden die Abläufe zielgerichteter gesteuert, die Verweilzeiten verkürzt und die Patientenrisiken minimiert", so Hüls.

Und man kann die Prozesse in der ZNA besser auswerten. Ein erstes Ergebnis steht schon fest. Ohne Ausreißerwerte beträgt die durchschnittliche Verweildauer in der Notaufnahme eine Stunde und 47 Minuten.