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Celle Stadt Celler Abiturienten haben die Qual der Wahl
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Abiturienten haben die Qual der Wahl
18:22 05.04.2016
Ein Auslandsschulaufenthalt, wie in den USA, kann ganz entspannt sein. Vor allem, wenn man mit dem Abi in der Tasche in andere Kulturen eintaucht. Quelle: Carl Duisberg Centren
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Viele Jugendliche sind sich sogar kurz vor Ende der schulischen Ausbildung manchmal noch gar nicht sicher, was sie danach machen möchten. Um nicht leer auszugehen, empfiehlt es sich, gleich mehrere Eisen im Feuer zu haben.

Ausbildung oder Studium sind die häufigsten Wege, die nach dem Abitur beschritten werden. Doch was, wenn man sich noch gar nicht richtig festlegen kann auf das, was man sein Leben lang machen will? Was, wenn die gewünschte Ausbildungsstelle nicht gleich verfügbar ist oder man nicht gleich einen Studienplatz bekommt? Um die Zeit nach dem Abitur bis zum Start von Ausbildung oder Studium sinnvoll zu nutzen, gibt es zahlreiche Möglichkeiten.

Eine davon ist der Bundesfreiwilligendienst, der als Nachfolgemodell des Zivildienstes gilt. Einen solchen Dienst kann jeder absolvieren, der seine Pflichtschulzeit beendet hat und sich gerne ökologisch, sozial oder kulturell engagieren möchte, um sich vor Ausbildungsbeginn zu orientieren.

In der Regel dauert der Bundesfreiwilligendienst zwölf Monate, dieser kann aber auch auf 24 Monate verlängert beziehungsweise auf sechs Monate verkürzt werden – je nachdem, wie viel Zeit man überbrücken und aufbringen möchte. Seit Kurzem gibt es außerdem das Sonderprogramm „BFD mit Flüchtlingsbezug“, für das sich neben den Einheimischen auch Asylberechtigte und -bewerber verpflichten können.

Die Bewerbungsfristen sind dabei je nach Einsatzstelle verschieden, daher lohnt es sich, frühzeitig über die Seite des Bundesfreiwilligendienstes (www.bundesfreiwilligendienst.de) nach einer Stelle zu suchen und sich entsprechend zu bewerben. Ergänzend dazu gibt es das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) und das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ).

Auch diese sind Freiwilligendienste, die in der Regel zwölf Monate dauern und bei denen junge Männer und Frauen sich auf freiwilliger Basis in sozialen oder umweltschutzbezogenen Einrichtungen engagieren können. Das FÖJ bietet die Möglichkeit, sich ökologisch zu engagieren und etwas für die Umwelt zu tun, während das FSJ in gemeinwohlorientierten Einrichtungen wie beispielsweise Alten- und Pflegeheimen sowie im Bereich der Jugendpflege stattfindet.

Wen es ins Ausland zieht, kann ein „Gap Year“ einlegen, mit „Work and Travel“ die Welt kennen lernen oder als Au-pair in einer Gastfamilie im Ausland leben. Hier ist es wichtig, vorher alle Formalitäten zu klären. „Gap Year“ bedeutet so viel wie „Lückenjahr“, also eine Auszeit nach dem Abitur, in der man verschiedene Dinge ausprobieren kann – der Oberbegriff für „Work and Travel“, Au-pair und Co.

Beim „Work and Travel“ können Jugendliche auf eigene Faust planen oder sich von einer darauf ausgerichteten Organisation unterstützen lassen. Grundidee ist, sich den Aufenthalt vor Ort mit verschiedenen Jobs und Tätigkeiten zu finanzieren, wobei der Teilnehmer je nach Neigung und Interessen die unterschiedlichsten Möglichkeiten hat.

Bei jedem geplanten Auslandsaufenthalt muss vorab auf jeden Fall geklärt werden, welche Sprachkenntnisse vorhanden sein sollten und welche Bedingungen für die Einreise erfüllt werden müssen. Auch der richtige Versicherungsschutz sollte bei der Planung berücksichtigt werden.

Wer später gerne mit Kindern arbeiten möchte und vielleicht schon erste Erfahrungen in der Kinderbetreuung hat, kann als Au-pair ins Ausland gehen. Über verschiedene Agenturen haben Interessierte die Möglichkeit, eine Gastfamilie zu finden und sich zu bewerben. Außerdem wird der Teilnehmer bezüglich Organisation der Flüge und Erfüllung der Einreisebedingungen unterstützt.

Wichtig ist es, sich hier früh genug zu informieren, denn oftmals beginnt der Bewerbungs- und Vermittlungszeitraum ein Jahr oder früher vor dem geplanten Aufenthalt. Doch der Aufwand lohnt sich, denn nach einem Jahr im Ausland kehrt man mit verbesserten Sprachkenntnissen und dem Gefühl, etwas geschafft zu haben, wieder nach Hause zurück.

Mit den neu gewonnenen Kenntnissen fällt es vielen leichter, ihr Studium oder ihre Ausbildung aufzunehmen. Für viele ist das „Gap Year“ vor allem eins: die beste Zeit, um sich selbst zu entdecken, Grenzen auszutesten und endgültig „flügge“ zu werden.

Von Stefanie Franke