Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Celler Aidshilfe in Not
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Aidshilfe in Not
17:47 30.07.2018
Von Dagny Siebke
Ulrich Mennecke vor der neuen Infoline Beratungsstelle der Aidshilfe Niedersachsen an der Celler Hattendorfstraße. Quelle: Oliver Knoblich
Celle Stadt

Am Heeseplatz ist die Infoline Celle nun zu Hause. Der Umzug der Beratungsstelle der Aidshilfe Niedersachsen wurde im Winter zur logistischen Meisterleistung. „Die neuen Räume sind zwar sehr schön, doch leider waren sie in einem schlechten Zustand“, sagt Ulrich Mennecke, Leiter der Beratungsstelle. Der einzige hauptamtliche Mitarbeiter hat den Umzug nur mit der Hilfe von vielen Ehrenamtlichen geschafft. Nun ist er erneut auf die Unterstützung möglichst vieler Celler angewiesen. „Die 500 Euro Monatsmiete bringen uns finanziell ganz schön in Bedrängnis“, betont der Diplom-Pädagoge. Für das Jahr 2018 sei eine Lücke von 3000 Euro im Haushalt entstanden.

Bislang befand sich die Beratungsstelle der Infoline in einer Bürogemeinschaft an der Hannoverschen Heerstraße. „Dort sind wir zum Freundschaftspreis von 280 Euro im Monat untergekommen“, erzählt Ulrich Mennecke. Doch im vergangenen Jahr musste die Beratungsstelle zusammen mit der Versicherung ausziehen. „Wir haben mehrere Monate in Celle gesucht. Aber die Geschäftsräume waren entweder zu teuer oder nicht geeignet“, so Mennecke. Froh ist er über die Lage der neuen Räume: „Jetzt sind wir für die Laufkundschaft sichtbar. Die Menschen gehen vorbei, schauen und fragen, wer wir sind.“

Ulrich Menneckes hat einen Arbeitsvertrag über 14,5 Stunden pro Woche. Wenn nicht genug Spenden zusammenkommen, müsse seine Arbeitszeit gekürzt werden, sagt er und ergänzt: „Wir sind die kleinste und billigste Aidshilfe in Niedersachsen.“ Drei bis sechs Ehrenamtliche unterstützen die Beratungsstelle. Bei Bedarf packen weitere Celler an.

Wie viele Menschen mit HIV im Landkreis leben, kann das Gesundheitsamt nicht sagen. Labore melden HIV-Diagnosen direkt dem Robert-Koch-Institut. Zuletzt wurden für das Jahr 2016 200 HIV-Neuinfektionen in Niedersachsen geschätzt. Insgesamt müssen landesweit 4500 Menschen mit HIV leben. Die Infoline Celle betreut zehn Menschen regelmäßig. Bei der Arbeit mit HIV-Infizierten gehe es vor allem um psychosoziale Beratung, erläutert Ulrich Mennecke. „Im Alltag erfahren die Betroffenen üble Diskriminierungen: Im Arbeitsleben, in der Familie und im Gesundheitswesen.“ So erhielten Betroffene bei Ärzten häufig nur Termine am Abend oder am Wochenende. Mennecke stellt fest, dass ein HIV-Infizierter im Vergleich weniger Anteilnahme als ein Krebskranker erhalte: „Betroffene leben mit dem Stigma, selbst schuld an der Infektion zu sein und eklige Sexualpraktiken auszuleben.“

Im Jahr kommt die Infoline relativ konstant auf 30 bis 40 Beratungen. „Viele denken: Das ist nicht mein Thema, da ich ja nicht schwul bin und keine Drogen nehme. Doch wir wissen aus Erfahrung, dass es alle Schichten treffen kann“, erklärt Mennecke. „Wir beobachten, dass die Fragen immer komplexer und zeitaufwendiger werden“, erläutert Mennecke. Schließlich würden die Standardinfos schon auf der Homepage der Aidshilfe Niedersachsen stehen. Zum Beispiel erkundigten sich Paare, wie sie sich schützen können, wenn Kondome aufgrund einer Latexallergie nicht infrage kommen. Zudem gibt es immer weitere und kompliziertere Testmöglichkeiten.

Mittlerweile stehen die Chancen gut, mit HIV alt zu werden. „Auch wenn große Angst in den Köpfen kleiner geworden ist, sollten wir das Thema trotzdem nicht aus den Augen verlieren“, betont Ulrich Mennecke. Das große Thema bei seiner Arbeit bleibe die Prävention. So zieht der Diplom-Pädagoge mit seinem Koffer von Schule zu Schule. Bei der Schlossbergfete habe er festgestellt, dass die Jugendlichen teilweise sehr gut Bescheid wüssten. Er treffe aber auch bei 15-Jährigen auf horrendes Unwissen: „Ein Mädchen sagte: Beim ersten Mal kann ja nichts passieren.“ So gebe es ein Grundwissen, das aber nicht immer sattelfest sei.

Seit 2017 unterstützt die Infoline auch die Migrationsberatung. Dabei musste Mennecke zusammen mit dem Sprachmittlerpool der VHS neue sprachliche Hürden abbauen. Um spezielle Zielgruppen zu erreichen, sei viel Vorarbeit nötig. Im Gefängnis sei die Kontaktaufnahme besonders schwierig. „Es ist schwer, dort Vertrauen aufzubauen.“ So müsse er dort häufig Gesicht zeigen und Gespräche anbieten.

Udo Schüßler, Pächter des Celler Weinbergs, ist zuversichtlich, dass er dieses Jahr eine gute Weinlese einfahren wird. Er kann sich eine Innovation für den "Celler Schlossblick" vorstellen.

Dagny Siebke 30.07.2018

Nach mehr als 30 Jahren in der Ferne sind zwei Veteranen der Celler Feuerwehr wieder in ihrer Heimat angekommen. Viele Jahre taten die Drehleiter DL 24 aus dem Jahre 1937 und das Löschgruppenfahrzeug LF 25 mit dem Baujahr 1943 ihren Dienst in der Residenzstadt, bevor sie in den 1980er Jahren außer Dienst gestellt wurden. Als Leihgabe wurden sie damals an das Feuerwehrmuseum in Neu Tramm im Landkreis Lüchow-Dannenberg übergeben.

Dagny Siebke 30.07.2018

Nach dem kleinen Durchhänger am Sonntag setzt sich jetzt das sonnige und heiße Wetter mit Spitzenwerten um 34 Grad, gefühlt bis 37 Grad, erneut durch. Da das umfangreiche Hitzehoch über Nordeuropa schwächelt, können Atlantiktiefs mit frischerer Luft im Gepäck zum Monatswechsel aufdringlicher werden. Deshalb nimmt am Mittwoch die Gewitterneigung vorübergehend zu. Bei immer noch 30 Grad sind größere Regenmengen nicht zu erwarten.

29.07.2018