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Celle Stadt Celler Albrecht-Thaer-Denkmal soll wieder umziehen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Albrecht-Thaer-Denkmal soll wieder umziehen
15:58 17.10.2017
Von Dagny Siebke
Nach Ansicht der SPD leidet Albrecht-Thaer-Denkmal unter dem vielen Verkehr. Quelle: Dagny Siebke
Celle Stadt

Laut Antrag soll die Verwaltung Alternativen zum Platz gegenüber der Congress Union prüfen. Die Sozialdemokraten sind der Meinung, "dass dieses besonders wertvolle Werk des Celler Bildhauers Ferdinand Hartzer in einer Parkanlage oder einem verkehrsarmen Standort in Celle optimaler aufgehoben und präsentiert wäre."

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Jörg Rodenwaldt erläutert, dass der aktuelle Standort in vielerlei Hinsicht problematisch sei: "Zwei Bundesstraßen treffen hier aufeinander, und der aus der Stadt strömende sowie in die Stadt fließende Autoverkehr führt unmittelbar am Denkmal vorbei. Die Emissionen verursachen Ablagerungen auf dem Marmor des Standbildes und lassen die Feinheiten und die Besonderheiten der ästhetisch anspruchsvollen Gestaltung des Denkmals nicht mehr erkennen.“

SPD-Kulturausschussmitglied Joachim Schulze ergänzt: „Außerdem erlaubt die Lage der Skulptur auf einer Verkehrsinsel kein nahes Betrachten der kunstvollen Gestaltung des Steines, besonders im Bereich des Gesichtes. Die vorbeifahrenden Autofahrer können die Qualität der Gestaltung überhaupt nicht wahrnehmen.“ Dabei hat das Celler Denkmal einen Zwilling in Berlin. Im Innenhof der landwirtschaftlich-gärtnerischen Fakultät der Humboldt-Universität steht das Original aus Bronze von Christian Daniel Rauch, das ein paar Jahre älter ist als das Plagiat aus Marmor.

Zudem fehlt aus Sicht der beiden SPD-Politiker eine Tafel in der Nähe des Denkmals, auf der in kurzer Form auf das Leben und die Leistungen "von Celles wohl bekanntestem Bürger" hingewiesen wird. Bislang sind "nur" die Lebensdaten mit Goldschrift angebracht.

Rodenwaldt fordert eine schnelle Entscheidung "zur Verbesserung der momentan unerfreulichen Situation." Denn die Restaurierungsarbeiten an der Skulptur könnten bei längerer Verweildauer am Verkehrsknotenpunkt, zu erheblich höheren Kosten führen. Joachim Schulze schlägt als "neuen Standort" den Schlosspark vor. Von dort aus zog das Denkmal vor fast 20 Jahren zum Albrecht-Thaer-Platz. Fast 100 Jahre war das Standbild in den Triftanlagen zu Hause.

Rodenwaldt nannte die Restaurierung des Caroline-Mathilde-Denkmals im Französischen Garten ein "Musterbeispiel für erfolgreiche und sichtbare Denkmalrestaurierung" in Celle. Auch hier habe die SPD den Anstoß gegeben.

Meinung: Albern (Von Dagny Siebke)

Knapp hundert Jahre stand das Denkmal von Albrecht Thaer in den Triftanlagen. Dann zog er "aus verkehrlichen Gründen" um. 38 Jahre durfte die Marmor-Plastik in einer Ecke des Schlossparks verweilen. Seit fast 20 Jahren wertet das Standbild den Albrecht-Thaer-Platz auf. "Der Vater der Landwirtschaft" begrüßt Celler und Gäste bei der Einfast in die Innenstadt. Nun soll das Denkmal wieder umziehen. Angeblich setzen Abgase dem Marmor besonders zu. Doch augenscheinlich wird Albrecht Thaer von oben grün. Dort, wo er die meisten Regentropfen abbekommt, gedeihen Algen, Moos und Flechten.

Eine schonende Reinigung ist mal wieder nötig, wenn möglich inklusive Erneuerung der Fingerkuppen. Und eine Gedenktafel mit den wichtigsten Lebensleistungen ist wünschenswert. Doch die Diskussion über den Standort ist albern. Es kann ja sein, dass die Reinigung etwas teurer wird, weil das Albrecht-Thaer-Denkmal durch den Verkehr etwas schmutziger ist. Allerdings ist fraglich, ob diese Kosten tatsächlich über einen wohl viel aufwendigeren Umzug hinausgehen. Finanziell gesehen hat Celle auf jeden Fall größere Baustellen, über die es sich zu streiten lohnt.