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Celle Stadt Celler Allerschwimmen lockt Zuschauer an (mit Bildergalerie und Kurzvideo)
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Allerschwimmen lockt Zuschauer an (mit Bildergalerie und Kurzvideo)
12:22 16.02.2015
Von Carsten Richter
    Fackelschwimmen Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Die Sonne geht langsam unter, nicht das kleinste Wölkchen trübt den Himmel. Auf dem Wasser treiben drei Rettungsboote der DLRG. Es ist kalt, aber klar, der Geruch der Wiesen und Felder ringsherum liegt in der Luft. Die Bedingungen hätten besser nicht sein können, als Celles Sozialdezernent Stephan Kassel am Samstag gegen 16.45 Uhr an der Allerbrücke in Altencelle das 47. Allerschwimmen eröffnet.

Aus dem Celler Stadtbild längst nicht mehr wegzudenken: Das Allerschwimmen 2015 war erneut ein Publikumsmagnet und zog am Samstag Tausende von Zuschauern an. -

"Auf die Plätze, fertig, los", ruft Kassel und wünscht allen viel Spaß. Das lassen sich die etwa 170 Teilnehmer im Alter von 16 bis 76 Jahren in ihren dicken Neoprenanzügen nicht zwei Mal sagen. Die einen wagen sich langsam Schritt für Schritt, die anderen mit einem schwungvollen Sprung in den vier Grad kalten Fluss. Einige haben sich eine bunte Perücke über den Kopf gezogen – das diesjährige Allerschwimmen steht sichtbar ganz im Zeichen des Karnevals.

Angst vor einer Erkältung? Stefan Schmidt winkt ab. "Das stärkt das Immunsystem." Mit neun Leuten nimmt das Team der Celler Feuerwehrtaucher am Allerschwimmen teil. Schmidt ist schon seit 20 Jahren dabei, sein Bruder Simon seit 18 Jahren. "Wir freuen uns jedes Mal darauf", sagt dieser.

"Viel Glück und kommt gut an", rufen die zahlreichen Zuschauer von der Brücke oder vom Ufer aus den Schwimmern zu. Auf rund 3000 schätzt DLRG-Pressesprecher Mathias Dannenberg die Zahl der Besucher, die beim Start in Altencelle und später beim Ziel an der Pfennigbrücke den Teilnehmern zujubeln.

Am Ufer steht auch Karl Ströher. Der 77-Jährige schaut etwas wehmütig den Schwimmern hinterher. "Mir blutet das Herz, dass ich nicht selbst mitschwimmen kann", sagt er. Kein Wunder: Ströher ist Mann der ersten Stunde. Er hat das Allerschwimmen, das längst zu einer festen Institution in Celle geworden ist, einst ins Leben gerufen. 1966 war das. Seitdem hat er kein einziges Allerschwimmen verpasst. Diesmal aber muss er schweren Herzens wegen eines Muskelfaserrisses in der Schulter verzichten. Was als Trainingsschwimmen mit elf Leuten aus der damaligen DLRG-Tauchergruppe begann, zog von Jahr zu Jahr immer mehr Teilnehmer an und ist längst zu einer Massenveranstaltung geworden, die aus dem Celler Stadtbild nicht mehr wegzudenken ist.

Langsam leeren sich Ufer und Allerbrücke wieder. Und während sich die Schwimmer aufgrund der leichten Strömung größtenteils durch die Aller treiben lassen, kommen die ersten Neugierigen an der Pfennigbrücke an. Um kurz nach 18 Uhr ist es dann soweit: Die ersten Schwimmer erreichen das Ziel. In der Hand die Fackel, die sie am Beginn der Dammaschwiesen gereicht bekommen. Frank Riehlein, Feuerwehrtaucher aus Burgdorf, steigt als Erster aus dem Wasser – allerdings ganz ohne Fackel. "Ich bin einfach dran vorbeigeschwommen", sagt er und wärmt sich erstmal mit einem heißen Getränk auf. So eng sieht das auch niemand. Der Spaß steht beim Allerschwimmen im Vordergrund.