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Celle Stadt Celler Altstadt: Neues Leben in altem Haus
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Altstadt: Neues Leben in altem Haus
21:01 25.07.2014
Von Gunther Meinrenken
Dietrich Klages (links) vom Kulturkreis Fachwerk sowie die Besitzer Dörte Hirschfeld und Dirk Sonemann führten durch das Fachwerkhaus Bergstraße 12. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

"Dieses Haus ist nur Liebhabern zu empfehlen." So begrüßte der Vorsitzende des Kulturkreises Fachwerk, Dietrich Klages, die Gäste, die zum jüngsten Fachwerkgespräch erschienen waren. Etwa 40 Neugierige hatten sich vor der Fassade der Bergstraße 12 eingefunden, einem ganz besonderen Objek aus dem Jahre 1640, "an dem sich Geschichte ablesen lässt". Zusammen mit den neuen Besitzern führte Klages die Teilnehmer der Exkursion durch einen Teil der Celler Stadtgeschichte.

Der Architekt Dirk Sonemann und die Pharmazeutisch Technische Angestellte Dörte Hirschfeld hatten das Haus im Januar dieses Jahres erworben. Vor den beiden liegt ein gutes Stück Arbeit. In der vergangenen Woche haben sie mit dem Rückbau begonnen. "Die Spanplatten werden von den Wänden entfernt, der Putz wird abgeschlagen. Es kommt alles das weg, was hier in den vergangenen 60 bis 70 Jahren gemacht wurde", erläuterte Sonemann, der beruflich auf eine langjährige Erfahrung in ökologischer Bauweise zurückblicken kann. Und Hirschfeld ergänzte: "Ich liebe alte Dinge. Wir wollen dieses Haus erhalten."

Auch das Nebengebäude, das teilweise sogar schon eingefallen ist. Bei dem Dach möchte Sonemann die alten Ziegel wiederverwenden. Im Haupthaus möchte das Paar auf jeden Fall die alten Türen weiter verwenden, die Bäder kommen raus. In den Räumen sollen wieder Lehmwände Einzug halten, das Objekt soll ökologisch gedämmt werden.

Klages wies bei der Führung auf eine echte Rarität hin: "Die Fenster sind teilweise noch direkt an den Balken angeschlagen. Das ist eine große Seltenheit", berichtete er. Die neuen Besitzer sind davon auch recht angetan.

Hirschfeld und Sonemann wollen in ihrem neuen Häuschen so schnell wie möglich einen kleinen Laden herrichten. Hier beabsichtigt Hirschfeld, unter anderem den "Alten Provisor zu verkaufen. Der Rest des Hauses soll nach und nach saniert werden. Auf etwa 100.000 Euro schätzen sie die Kosten, plus einem erheblichen Teil Eigenleistung. Für das Dach und die Fassade werden die beiden aber auf jeden Fall Fachfirmen beschäftigen.