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Celle Stadt Celler Axel-Bruns-Schule fehlen neue Lehrkräfte
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Axel-Bruns-Schule fehlen neue Lehrkräfte
19:49 24.03.2015
Von Carsten Richter
Fluggerätmechanik ist einer von 13 Bildungsgängen an der Celler Axel-Bruns-Schule. Die Schulleitung versucht den derzeitigen Mangel an Lehrkräften unter anderem durch Quereinsteiger aus der Praxis auszugleichen.  Quelle: Maurizio Gambarini
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Bundesweit liegt der Zufriedenheitswert bei 78 Prozent, in Niedersachsen bei 76 Prozent. In puncto Unterrichtsversorgung aber – auch danach hatte die IHK gefragt – tun sich Lücken auf, wie eine Nachfrage der CZ ergab. Vor allem im gewerblich-technischen Bereich zeichnet sich ein Mangel an Lehrkräften ab.

„Wir kämpfen mit einzelnen Berufszweigen“, sagt Heinrich von Fintel, stellvertretender Leiter der BBS II, Axel-Bruns-Schule. „Die Unterrichtsversorgung liegt zur Zeit klar unter 100 Prozent.“ Die Schule in der Heese, die unter anderem in der Metall- und Elektrotechnik ausbildet, versucht den Mangel bereits durch Quereinsteiger aus der Praxis auszugleichen. „Doch der Mangel trifft uns jeden Tag“, so von Fintel. Besonders in den Metallberufen, aber auch in den naturwissenschaftlichen Fächern oder der Mathematik sei der Bedarf an Lehrkräften groß.

Zwei Fachpraxislehrer aus dem Bereich der Elektrotechnik bekämen derzeit einen Tag pro Woche frei, erklärt von Fintel. Sie qualifizieren sich nach, um auch Theorie lehren zu können. „Neben dem Beruf noch zu studieren, ist natürlich eine große Belastung.“ Um neue Lehrkräfte zu gewinnen, sei es wichtig, die Attraktivität der Berufsschulen nach außen zu tragen. Allein an der Axel-Bruns-Schule gebe es schließlich 13 verschiedene Bildungsgänge. „Wir wollen präsent sein und stellen uns in den Studienseminaren vor“, sagt der stellvertretende Schulleiter. Durch das Projekt „Region des Lernens“ würden zudem die Angebote einzelner Schulen und Betriebe gebündelt und zu einem Netzwerk zusammengeschlossen.

Auch die kaufmännisch ausgerichtete BBS I in Altenhagen ist um neue Lehrkräfte bemüht. „Wir stehen in engem Kontakt mit der Uni Lüneburg“, sagt Schulleiter Bernd Habekost. „Studenten können zu einem Schnuppertag zu uns kommen.“ Bei Vorstellungsgesprächen werde sich zudem viel Zeit genommen. „Wir gehen mit den Bewerbern lange durchs Haus“, so Habekost. Sorge vor Unterrichtsausfällen habe er daher zurzeit nicht. An der BBS III, Albrecht-Thaer-Schule, in der Bahnhofstraße ist der stellvertretende Schulleiter Henning Lüders ebenfalls guten Mutes: „Wir haben momentan fünf Referendare. Sie wollen alle hierbleiben.“

Ein Problem, das früher oder später alle Schulen treffen wird, ist der demografische Wandel. Weniger Schüler bedeutet auch weniger potenziellen Lehrernachwuchs. Von Fintel: „Die Vor-Ort-Ausbildung muss gewährleistet werden – gerade im ländlichen Raum.“