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Celle Stadt Celler Barilla-Silo: Nicht noch ein Klotz am Bein
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Barilla-Silo: Nicht noch ein Klotz am Bein
18:42 03.03.2017
Von Gunther Meinrenken
Celle Stadt

Das Problem: Wenn man die Silos im Bauwerk entfernt, könnte man wegen der dadurch entstehenden statischen Probleme nur noch die Bodenplatte und die Treppenhäuser nutzen. "Das bedeutet, man müsste mehrere Millionen Euro in die Hand nehmen, um dort etwas Vernünftiges zu entwickeln", so Grünen-Fraktionsvorsitzender Bernd Zobel.

Von dieser Idee sind viele Ratsmitglieder alles andere als begeistert. So klingt auch FDP-Fraktionsvorsitzender Joachim Falkenhagen: "In unserer Partei hat noch keine Meinungsbildung stattgefunden, aber ich bin recht skeptisch. Wir sollten erst einmal die Rathsmühle abarbeiten, bevor wir andere Dinge angehen." Hintergrund: Für die bereits vor Jahren erworbene Rathsmühle gibt es immer noch kein schlüssiges Nutzungskonzept. CDU-Fraktionsvorsitzender Heiko Gevers sieht es genauso. "Wir brauchen nicht noch einen Klotz am Bein. Die Rathsmühle reicht."

Einzig Jürgen Rentsch (SPD) sieht Perspektiven: "Die reinen Silobereiche zwischen den Treppenhäusern müssten abgerissen und durch neue Geschosse ersetzt werden. Das wäre durchaus machbar und könnte ein Gewinn für die Allerinsel sein. Alternativ könnte man das Gebäude aber auch komplett abreißen. Die Fundamente haben viele Jahrzehnte eine gute stabile Basis für die hohen Silos gebildet, die sollte man weiter nutzen, wenn es irgendwie möglich ist", so Rentsch.

Der Plan der Stadt, am Rande der Allerinsel ein Hotel im hochwertigen Segment anzusiedeln, wird übrigens auch von der Celler Hotellerie argwöhnisch beobachtet. Ingo Schreiber, Chef des Celler Fürstenhofs: "Die Belegungs- und Touristenzahlen zeigen, dass wir nicht mehr Betten brauchen. Einzig ein Hotel in fußläufiger Entfernung von maximal einer Minute zur Congress Union, das man als Tagungshotel vermarkten könnte, macht noch Sinn", so Schreiber, der auch als Betreiber der Congress Union dieses Projekt gerne verwirklichen möchte, aber dem aufgrund der komplizierten Besitzverhältnisse derzeit die Hände gebunden sind. "Ein weiteres Hotel am Rande der Allerinsel ist fahrlässig", so Schreiber.