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Celle Stadt Celler Barock-Palais gerettet
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Barock-Palais gerettet
17:14 02.12.2016
Von Michael Ende
Celle Stadt

NEUENHÄUSEN. Das inzwischen nicht mehr bewohnte ehemaliges Hofbeamtenhaus ist nach dem Arzt Dr. Willers Jessen, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts dort wohnte und praktizierte, benannt. Der Jessen-Enkel Ingo Vormann sich hatte jahrelang dafür stark gemacht, dass das nicht mehr bewohnte und vom benachbarten Autohaus Schmidt & Söhne als Lager genutzte Haus vor dem endgültigen Verfall bewahrt wird. Denn das Haus galt längst als Abriss-Kandidat

Die Politik schaltete sich ein, die Stadt intervenierte. Schließlich ließen sich die Autohaus-Spitzen Michael Schmidt und Robert van't Noordende davon überzeugen, dass das Haus die Rettung wert sei. "Wir haben eine hohen sechsstelligen Betrag in die Hand genommen, und es hat sich gelohnt", sagt Schmidt. Er lobt die Celler Fachfirmen, die den Bau äußerlich so perfekt in seinen historisch belegten rosa Urzustand versetzt haben: "Diese Fachleute haben uns auch geraden, auf einen 30-prozentigen Denkmalschutz-Zuschuss zu verzichten, weil wir uns dadurch so hohe zusätzliche Auflagen eingehandelt hätten, dass für uns unterm Strich alles noch teurer geworden wäre."

Vormann dankt den Investoren und freut sich: "Das Haus ist nun wieder ein richtig schönes Aushängeschild und damit eine Freude für Celle. Die Stadt ist schöner geworden, und ein Haus aus der Residenzzeit ist gerettet." In Verbindung mit dem 2012 restaurierten Gegenüber, dem ehemaligen Gesundheitsamt an der Sägemühlenstraße, habe Celles südliches Eingangsportal zur Innenstadt seine repräsentative barocke Ansehnlichkeit zurückerhalten, sagt Andreas Brüggemann, Vorsitzender des Kulturkreises Fachwerk.

Auch Manfred Hemmerich, Celler Ortskurator der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, lobt die neue "Visitenkarte" der Stadt. Brüggemanns Vorgänger Dietrich Klages weist darauf hin, dass es noch viele solcher Baustellen geben sollte: "Celles barockes Erbe muss aktiv erhalten werden. Der Zahn der Zeit ist unerbittlich. Das sieht man zum Beispiel auch am ehemaligen Stickmustermuseum."