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Celle Stadt Celler Bauhof: Mitarbeiter sauer auf Politik
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Bauhof: Mitarbeiter sauer auf Politik
19:42 04.01.2017
Von Gunther Meinrenken
Die Zustände auf dem Bauhof sind für die Mitarbeiter seit langem unzumutbar. Bauhofleiter Markus Wiese demonstriert, dass man auf der Toilette kaum die Tür zumachen kann. Feuchtigkeit dringt durch die Wände, Tapeten lösen sich ab. Eine Mauer der Sand-Salz-Mischhalle ist eingebrochen. Quelle: Oliver Knoblich
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Die Liste der Missstände ließe sich beliebig fortführen. Die Toilettenanlagen sind so klein, dass man die Türen kaum verschließen kann. Bei den Duschen tropft es durch den Boden in den Keller, wo schon gelagerte Gegenstände beschädigt wurden. „Fußböden lösen sich auf, die Salzhalle musste kurzfristig stabilisiert werden, weil die Statik nicht mehr in Ordnung ist“, berichtet Personalratsvorsitzender Ralf Piening. Im vergangenen Jahr war es sogar zu einem schweren Unfall gekommen. Der Mitarbeiter einer Fremdfirma war durch ein Dach gebrochen und hatte sich verletzt. „Außerdem hatte sich bei einem anderen Vorfall eine Spannfeder aus einem Garagentor gelöst und war nur knapp einem Mitarbeiter am Kopf vorbeigeschnellt“, so Piening.

Die Mängel sind im Neuen Rathaus und in der Politik seit Jahren bekannt. Nicht umsonst hat der Celler Rat vor vier Jahren den Grundsatzbeschluss getroffen, dass der Bauhof und das Grünflächenamt, welches an der Lüneburger Straße liegt, zusammen auf das Gelände der Hohen Wende ziehen sollen. In diesem Jahr sollte eigentlich mit dem Umzug begonnen werden. Doch das Vorhaben ist erst einmal wieder gestoppt worden.

In der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses hatte sich die CDU damit durchgesetzt, dass erneut eine Wirtschaftlichkeitsprüfung vorgenommen werden soll. Die aus dem Jahr 2013 ist der CDU zu alt und nicht genau genug. Damals war die Alternative der Zusammenfassung von Bauhof und Grünflächenamt auf dem Gelände der Hohen Wende die günstigste gewesen. Kostenpunkt: 11,4 Millionen Euro. Andere Varianten waren mindestens 2,2 Millionen Euro teurer.

CDU-Fraktionsvorsitzender Heiko Gevers: „Wir haben die vergangenen Jahre darauf gewartet, eine exakte Planung vorgelegt zu bekommen. Wir können nicht jetzt einen Millionenbetrag bezahlen, ohne zu wissen, was und wie genau gemacht werden soll.“ So bemängelt Gevers unter anderem, dass die Frage der Altlasten letztlich nicht geklärt sei. Die Unterbringung von Fahrzeugen in der alten Panzerhalle sei nicht detailliert genug.

Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) hat für die Entscheidung kein Verständnis. „Nichts ist schädlicher als eine Diskussion über Dinge, die schon längst entschieden sind. Ich hätte mir für die Mitarbeiter des Bauhofs, die seit Jahren unter den Missständen leiden, eine deutlichere und positivere Entscheidung gewünscht“, so der Oberbürgermeister.

Auch Personalratsvorsitzender Piening ist bedient: „Die Mitarbeiter der städtischen Bauhöfe sind enttäuscht von der Entscheidung der Celler Politik. Eine notwendige Sanierung der vorhandenen Standorte ist mit Verweis auf den jeweiligen anstehenden Neubau immer wieder verschoben worden. Die Anlagen befinden sich in einem desolaten und baufälligen Zustand, von dem sich die Mitglieder des alten Stadtrates überzeugen konnten. Die Kollegen und auch die Vorgesetzten fordern eine zügige Entscheidung und Umsetzung der Maßnahme.