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Celle Stadt Celler Beratungsstelle: Neue Facebook-App zur Suizidprävention sinnvoll
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Beratungsstelle: Neue Facebook-App zur Suizidprävention sinnvoll
18:37 24.03.2015
Von Carsten Richter
Alles im Auge: Mit einer neuen Funktion will Facebook bei Selbstmordgedanken helfen. Quelle: Joerg Koch
Celle Stadt

"Wir beobachten, dass sich viele Menschen Hilfe über das Internet holen", sagt Leiter Wolfram Beins. Facebook ist nicht das soziale Medium, das sich in der Prävention engagiert, will aber noch unmittelbarer eingreifen: Auch bei der neuen App spielen "Freunde" eine zentrale Rolle. Wer eine bedenkliche Mitteilung sieht, kann sich mittels des "Suizid-Buttons" an den Gefährdeten wenden. Ein Expertenteam von Facebook schaut sich die Meldung an und schickt eine Nachricht an den Nutzer. Per Klick bekommt der Hilfesuchende dann zum Beispiel die Möglichkeit, Kontakt mit einem Psychologen aufzunehmen. Bislang ist die neue Funktion nur in den USA möglich, laut Facebook wird die App in den kommenden Monaten auch in Deutschland ankommen.

"Wenn ein verantwortungsvoller Umgang dahintersteckt, ist diese Funktion zu begrüßen", sagt Beins. Oft fehle es Betroffenen am letzten Schritt zum Suizid. "Wenn diese Lücke geschlossen werden kann, ist das sinnvoll." Es sei allerdings viel Fingerspitzengefühl erforderlich.

Die PBS habe vermehrt mit Nachfragen wegen Ängsten, sozialer Unsicherheit und Depressionen zu tun, erklärt Beins. "Das heißt aber auch, dass mehr Menschen Hilfe suchen", so der Berater. Die Selbstmordrate im Landkreis Celle ist laut Zahlen des Gesundheitsamtes derweil leicht gesunken. 2014 machten Suizide 0,8 Prozent aller Todesfälle aus, 2010 waren es noch 1,5 Prozent.