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Celle Stadt Celler Bieneninstitut Garant für blühende Landschaften
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Bieneninstitut Garant für blühende Landschaften
18:02 15.03.2017
Von Michael Ende
Haben das Bienen-Wolh im Blick: (von links) Peter Maske, Chistian Meyer,  Eberhard Haunhorst und Werner von der Ohe. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Er sei der "zuständige Minister für Bienen und blühende Landschaften", meinte Meyer und brachte so zwei Dinge zusammen, die untrennbar zueinander gehören. "Bienen sind nicht nur fleißige Honigproduzenten, sondern bestäuben eine Vielzahl von Kultur- und Wildpflanzen. Der gesellschaftliche Nutzen durch die Bestäubungsleistung ist von unschätzbarem Wert und unverzichtbar für die Landwirtschaft und deren Erträge“, so Meyer. „Deshalb ist es unsere Aufgabe, sie zu schützen und zu fördern. Bienengiftige Stoffe wie Neonikotinoide haben in der Landwirtschaft nichts zu suchen und müssen verboten werden.“

Die Landesregierung habe sich die Förderung von Imkern und Blühstreifen zum Wohle und Schutz der Bienen auf die Fahnen geschrieben, so der Agrarminister, der sagte, dass ihm die zunehmende "Vermaisung" der Landschaft ein Dorn im Auge sei. Ein Schwerpunkt müsse sein, für ein ausreichendes Nahrungsangebot auf den landwirtschaftlichen Flächen zu sorgen: „Bei dem großflächigen Anbau von Getreide oder Rüben in Niedersachsen bleibt unseren Bienen in den Sommermonaten keine ausreichende Nahrungsgrundlage, um stark in den Winter zu gehen. Deshalb ist mir die Förderung von Blühstreifen im Rahmen der sanften Agrarwende ein Herzensanliegen."

Innerhalb der vergangenen Jahre sei es sowohl in den Städten als auch auf dem Land gelungen, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie wichtig ausreichende Nektar- und Pollenquellen für Honig- und Wildbienen seien. Mit insgesamt knapp 17.500 Hektar seien die Blühstreifenflächen im Vergleich zum Jahr 2012 mittlerweile fast verdoppelt worden. Meyer: "Die Grundförderung für teilnehmende landwirtschaftliche Betriebe beträgt 700 Euro pro Hektar Blühstreifen." Hinzukommen könne ein Bonus von 100 Euro pro Hektar, denn eine Kooperation zwischen Imkern und Landwirten werde zusätzlich honoriert. „Erfreulicherweise hat sich von den rund 3500 am Blühstreifenprogramm beteiligten Betrieben mit 1660 fast die Hälfte für das Kooperationsmodell entschieden. Sie bekommen zusätzlich den Imkerbonus."

Eberhard Haunhorst, Präsident des Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES), sagte, dass das Bieneninstitut innerhalb des LAVES eine "Vorreiterrolle" innehabe. Peter Maske, Präsident des Deutschen Imkerbundes, wies darauf hin, dass die gesetzlich geschützte Marke "Echter deutscher Honig" seit 90 Jahren eng mit dem Celler Institut verbunden sei. Die über Jahrzehnte gewachsene Beziehung zwischen der Stadt Celle und ihrem Institut sei schlicht "beeautiful", sagte Celles Oberbürgermeister Jörg Nigge (CDU).

Bei der heute endenden Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft der Institute für Bienenforschung, die anlässlich des Jahrestages in Celle veranstaltet wurde und zu der Celles Instituts-Leiter Werner von der Ohe 200 Wissenschaftler aus rund einem Dutzend Nationen begrüßte, standen Themen wie Genetik und Zucht, Physiologie und Verhalten, Bienenkrankheiten wie Varroose oder Amerikanische Faulbrut, Umwelt und Wirkung von Pflanzenschutzmitteln, Honig und andere Bienenprodukte, Ökologie und Wildbienen im Fokus.