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Celle Stadt Celler Bohrsimulator "dreht" sich weiter
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Bohrsimulator "dreht" sich weiter
18:07 12.03.2015
Von Michael Ende
    Joachim F. Oppelt Quelle: Fremdfotos/eingesandt
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Wer soll das "dicke Brett" vom Aufbau des Celler High-Tech-Bohrsimulators bohren? Diese Frage stand im Raum, nachdem die TU Clausthal ihre Kooperation mit der TU Braunschweig und der Universität Hannover beendet hatte, so führende Köpfe des Projekts ausbootete und obendrein noch der Clausthaler Simulator-Experte Catalin Teodoriu abhandenkam, weil er in die USA wechselte. Er hatte bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) die technische Grundausstattung für das 10 Millionen Euro schwere Celler Projekt beantragt – doch ohne führenden Kopf wurden keine Fördermittel genehmigt.

Diese Zeit des Stillstands ist jetzt vorbei. Die TU Clausthal hat nun mit Professor Dr. Joachim F. Oppelt einen neuen Leiter für die Fachabteilung Bohr- und Produktionstechnik am Institut für Erdöl- und Erdgastechnik gefunden. In dieser Funktion ist er zugleich für die Einrichtung des Forschungszentrums Drilling Simulator Celle (DSC) verantwortlich.

Oppelt, derzeit noch Direktor der Abteilung „Externe Forschungsprogramme“ beim Unternehmen Baker Hughes in Celle, soll die neue Aufgabe noch im März übernehmen. Der erfahrene Wissenschaftler und Manager, der von Anfang an in die Konzeption des Forschungszentrums für Tiefbohrtechnik involviert war, hat sich vorgenommen, den Betrieb des Zentrums möglichst noch in diesem Jahr aufzunehmen.

"Das DSC ist eine einmalige Chance für alle am Projekt Beteiligten. Seine Ansiedlung am Standort der deutschen Bohr- und Service-Industrie in Celle bietet Gewähr für eine enge Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Industrie, die sich in Celle im Verein GeoEnergy zusammengeschlossen hat. Baker Hughes hat deshalb die Idee, am Ort ein Forschungszentrum einzurichten, von Anfang an unterstützt, so Oppelt. 2010 hatte Baker Hughes allerdings den Plan einer vom Konzern kofinanzierten Celler "Drilling University" platzen lassen. Das Unternehmen zerriss damals den Vertrag mit dem Land Niedersachsen und zog eine Finanzierungszusage zurück.

Auf die öffentlich finanzierte Forschungsgelegenheit in direkter Nachbarschaft wollte Baker Hughes jetzt aber nicht verzichten. "Alle, ich persönlich, aber auch die hier ansässige Industrie, haben mit Sorge die jüngste Entwicklung um den DSC verfolgt. Auf die Anfrage des Präsidiums der TU Clausthal, nach dem Weggang des bisherigen DSC-Projektleiters dessen Aufgabe zu übernehmen, hat sich auch mein Arbeitgeber voll und ganz hinter die Unterstützung des DSC gestellt“, so Oppelt: „Unser Ziel wird es sein, mit dem DSC ein auch international anerkanntes Forschungszentrum zu etablieren, das hochaktuelle Trends in Industrie und Gesellschaft, wie Prozesssimulation, Vernetzung und Automatisierung, aufgreift, um sie für die Bohrtechnik nutzbar zu machen."

Beim Celler Erdwärme-Netzwerk GeoEnergy ist man sicher, dass Oppelt, der auch GeoEnergy-Beiratsmitglied ist, der richtige Man für den Job ist. "GeoEnergy Celle freut sich über diese positive Entwicklung und dass wir einen solchen hervorragenden Fachmann für den Bohrsimulator gewinnen konnten", so Vorstandsvorsitzender Thor Noevig.