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Celle Stadt Celler Boule-Fans mit "charmanter" Bahn-Idee
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Boule-Fans mit "charmanter" Bahn-Idee
11:25 12.07.2017
Von Michael Ende
Hier wollen Bernd Giese und seine Freunde Boule spielen: Derzeit erobert sich die Natur die dafür angedachte Brachfläche zwischen  dem Bieneninstitut, dem sanierten Kneipp-Becken und der Kindertagesstätte zurück. Quelle: Oliver Knoblich
Celle Stadt

Im Februar waren Giese und seine Sportfreunde bereits kurz vor dem Ziel. Damals sagte Jens Hanssen, Fachbereichsleiter des städtischen Grünbetriebs, im städtischen Ausschuss für öffentliche Einrichtungen, dass im Zuge der ungefähr 85.000 Euro teuren Umgestaltung der Freiflächen an der ehemaligen Begegnungsstätte für die Kita-Nutzung die Errichtung einer fünfbahnigen Boule-Anlage „grundsätzlich möglich“ sei. Die Gesamtkosten für die Anlage eines Boule-Bereichs bezifferte Hanssen auf rund 25.000 Euro. Während Stadtbaurat Ulrich Kinder empfahl, vom teuren Bau einer Fünf-Bahn-Anlage die Finger zu lassen, versprach Giese, dass alles sehr viel günstiger zu realisieren sei: „Wenn wir mit Schaufeln und Schubkarren anrücken würden und mitbauen, dann würde das alles weit unter 10.000 Euro kosten. Wir wollen das machen.“

Obwohl Hanssen sagte, er würde „Hand- und Spanndienste“ sehr begrüßen, nahm der Rat das Thema Boule-Bahn hinterher von der politischen Tagesordnung, um in Zeiten leerer Kassen kein falsches Signal zu versenden. Heute spielen Kinder im für sie neu gestalteten Außenbereich des Kindergartens, genießen Wasser-Tret-Fans das kühle Nass der aufgepeppten Kneippanlage, und nebenan sprießt Unkraut dort, wo das Areal schon mit Hinsicht auf eine Boule-Option gerodet worden war.

Dass endgültig Gras über die Sache wächst, möchte sich Giese nicht vorstellen. „Eine Charmeoffensive als Kooperation mit Bürgern, Geschäftsinhabern und Vereinen ließe sich auch auf uns 56 Bouler übertragen“, meint er: „Wir sind nach wie vor gern bereit, unsere Arbeitskraft und einen finanziellen Beitrag zur Realisierung und späterer Pflege eines noch zu erstellenden Bouleplatzes einzusetzen. Bisher wurde leider unsere angebotene Eigenleistung und Initiative ausgebremst. Vielleicht passt das nun durch die Charmeoffensive besser.“

Die Bouler haben mittlerweile einen ersten Sponsor gefunden: Der französische Veolia-Konzern, dem die Celler Bouler im September bei der Organisation eines Sportfestes helfen werden, hat sich bereit erklärt, den Bau eines „Boulodroms“ am Sebastian-Kneipp-Weg mit 1000 Euro zu unterstützen. Giese hofft, dass noch weitere Sponsoren hinzu kommen. Sein Plan: „Vom jetzigen Zustand ausgehend dürfte die ganze Anlage mit Material keine 5000 Euro kosten. Wir bringen 2500 Euro inklusive Arbeitseinsatz und Sponsorengelder auf, und die Stadt, deren Platz das ja schließlich ist, die andere Hälfte. Im Bauhof schlummern sicher noch Schätzchen wie etwa Rasenbordsteine, die es zu heben gilt. So einfach ist das, wenn man nur will.“