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Celle Stadt Celler Brandplatz wird Happening-Zone
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Brandplatz wird Happening-Zone
22:14 15.10.2017
Quelle: Oliver Knoblich
Celle Stadt

„Ergießen Sie sich ein Zitat“ sowie „Urban Temporary Art Vision“ lauten die Titel und sagen alles. Nichts für die Ewigkeit – um die geht es am kommenden Wochenende, wenn Jörg Artes Pippirs den Weißen Wall „stylt“ –, denn lediglich drei Wochen werden die mehr oder weniger inspirierten Visionen zu sehen sein. Die auf einen VW-Bus ergossenen Zitate beeindrucken weniger durch Inhalt als durch die Technik der Freilegung und sind schon von daher auf alles andere als Nachhaltigkeit angelegt.

Leerstand hat sich das Duo YFV, hinter dem sich Daniel Wunn und Julian Fricke verbergen, als Thema überlegt und damit einen Bezug zur Stadt hergestellt. Selbst die unfertige Version macht neugierig auf das Endprodukt. Der neunjährige Friedel Reinstorf zeigt sich so beeindruckt, dass er seinen Vater bittet, die Wand zu kaufen und mit nach Hause zu nehmen. „Das Bild ist so groß und grell, das finde ich schön“, schwärmt der Junge. Die übrigen fünf Sprüher arbeiten „freestyle“, wobei der frühere Celler und mittlerweile in Hannover lebende Frank Ehlert „die klassische Graffiti-Kunst mit Buchstaben hochhalten“ möchte. „Es soll ja auch für Leute sein, die sonst mit dieser Art von Malen nicht so in Berührung kommen.“

Mit dieser Aussage liefert er das passende Stichwort. Egal ob sich die gespendeten Holzstellwände nach der Devise „einfach malen“, wie es Celles bekanntester Graffitikünstler Jörg Artes Pippirs umschreibt, oder thematisch untermauert verwandeln, sie verändern vor allem eines: den Ort, an dem sie stehen. Der Brandplatz wird im Laufe des Nachmittags bei strahlendem Wetter zur Kulisse für ein echtes Happening in Celles Altstadt. Leute bleiben stehen, verweilen einen Augenblick, schauen zu, was sich da mehr oder weniger künstlerisch so tut, kommen miteinander ins Gespräch, sitzen einfach nur da oder tanzen ein wenig. Der Ankündigung nach geht es um Visionen, zumindest eine hat sich unmittelbar erfüllt: „Ich sehe die Aktion hier als Happening, es geht darum, die unterschiedlichsten Menschen zusammenzubringen“, hatte Jens Hemme zum Auftakt inmitten eines noch menschenleeren Kinovorplatzes formuliert und Recht behalten.

Von Anke Schlicht