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Celle Stadt Celler Bündnis gegen Trassenneubau fordert Überarbeitung der Variantenanalyse
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Bündnis gegen Trassenneubau fordert Überarbeitung der Variantenanalyse
08:57 21.05.2015
Celle Stadt

Eine Fokussierung der Arbeit beim Dialogverfahren und mehr Engagement der Stadt Celle beim Widerstand gegen eine mögliche Neubautrasse: Das sind zwei Forderungen des Bündnisses gegen Trassenneubau in Celle.

Gerade bei der ersten Forderung weiß sich das Bündnis einig mit dem größten Teil der Bürgerinitiativen, die im Dialogforum vertreten sind. Vor allem vermissen sie noch eine gute Datengrundlage. Bund, Land und Deutsche Bahn sollten „nun endlich aussagekräftige Unterlagen zur konkreten Beurteilung zukünftiger Schienenverkehre und Verkehrslösungen vorlegen. Es bleibt bislang völlig unklar, welche Prämissen und Wahrscheinlichkeits-Annahmen man den bisherigen Verkehrsprognosen zugrunde gelegt habe und welche Ausbaumaßnahmen man im Prognosejahr 2030 als realisiert unterstelle”, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

Wenig begeistert sind die Bürgerinitiativen auch von dem Gutachten, das die einzelnen Schienenstränge untersucht hat. Wesentliche Elemente sind nicht berücksichtig. “Eine Knotenpunkt-Analyse fehlt zum Beispiel völlig. Auch das Thema Nachhaltigkeit ist nicht behandelt worden”, sagt Volker Thürk, ehemaliges Mitglied im Aufsichtsrat der DB-Netz AG und im Bundeshauptvorstand der Verkehrsgewerkschaft GDBA.

Die Effekte einer vorzeitigen Nutzung fertiggestellter Teilstrecken bei einem stufenweisen Ausbau bestehender Bahnstrecken seien offenbar ebenfalls unberücksichtigt geblieben. Deshalb fordert das Bündnis gegen Trassenneubau zusammen mit den anderen Initiativen eine Überarbeitung des Konzeptes, das „den Anschein erweckt, als sei es mit heißer Nadel gestrickt worden”, sagt der Bündnis-Vorsitzende Jan-Hendrik Hohls.

Er fordert zudem die Forumsleitung auf, dass jetzt „zielführend voran geschritten wird”. Und das ist durchaus als Kritik an der bisherigen Forumsleitung zu verstehen. Aus seiner Sicht hinkt die Veranstaltung ohnehin hinter der Realität her, weil sich „außen bereits Allianzen bilden, nur im Dialogforum findet das nicht statt.“

Aus Sicht der Bürgerinitiativen ist laut Sebastian Salie, Sprecher des Bündnisses, ohnehin nur eine Variante möglich: Der Ausbau von Bestandsstrecken – im Gutachten als sogenannte Alpha-Variante geführt. Nur bei dieser ist aus ihrer Sicht eine Einigung möglich. „Der Rest”, sagt Salie, „wird so enden wie die alte Y-Trasse. Mit riesigem Protest und jahrelangen Gerichtsprozessen.“ Am Ende wäre das wohl politisch nicht durchsetzbar. Hohls machte nochmal deutlich, was eine Trasse durch den Nordkreis bedeuten würde: „Wir wären der Mülleimer der Metropolregion”.

Es wird interessant sein zu sehen, ob das Forum, das am Freitag, 22. Mai, um 9 Uhr in der Celler Congress Union tagt, dieses Mal besser vorankommt. Immerhin wurden die Unterlagen dieses Mal rechtzeitig verschickt und alle Regeln eingehalten. Ein Anfang, wie Hohls findet. Nicht weniger, aber auch nicht mehr.

Von Tore Harmening