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Celle Stadt Celler Bürgerempfang: "Wir haben 2017 gut vorbereitet"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Bürgerempfang: "Wir haben 2017 gut vorbereitet"
18:25 15.01.2017
„Herausragend und beispielgebend“: Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende zeichnete (von links) Feuerwehrmann Tobias Luttermann, SSV Scheuens Hallenwart Rudolf Schlehuber, Cineast Stefan Eichardt und Chorleiter Egon Ziesmann für ihr ehrenamtliches Engagement aus.  Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Die näherrückende Terror-Gefahr, der Brexit-Schock und der umgreifende Erfolg der Populisten: Die politische Großwetterlage ist aktuell trübe. Auch der Celler Rat ist noch unübersichtlicher geworden. Und gerade weil er selbst abgewählt wurde, lag Dirk-Ulrich Mende (SPD) beim Bürgerempfang am Samstagvormittag viel daran, sich persönlich von den Cellern zu verabschieden. Lange Schlangen zogen sich durchs Foyer, da viele der insgesamt 620 Besucher die Gelegenheit nutzten, mit Mende noch ein paar letzte Worte zu wechseln, bevor Jörg Nigge (CDU) Ende Februar die Amtsgeschäfte übernehmen wird.

In seiner Ansprache stimmte Mende die Gäste auf ein jubiläumsreiches Jahr 2017 ein: „Wir werden kräftig feiern.“ Es gibt mehr als 20 Anlässe: Allen voran 725 Jahre Stadt Celle, 1025 Jahre Altencelle, 500 Jahre Reformation, 400 Jahre Militärstandort, 200 Jahre CZ und 125 Jahre Bomann-Museum. „Wir haben 2017 gut vorbereitet“, betonte Mende. „Wir sollten uns freuen, miteinander schöne Stunden zu verbringen.“

2016 konnten sich die Celler schon gut für das große Jubiläumsjahr aufwärmen, etwa beim Hafenfest oder bei der Stadtwette des NDR: „Alle diese Veranstaltungen haben eines gemeinsam“, erläuterte Mende. „Sie sind nicht das Verdienst eines oder einer einzelnen Person, sie sind nur möglich geworden, weil Sie alle, weil die Menschen dieser Stadt zusammen etwas auf die Beine stellen wollten und gemeinsam an einem Strang gezogen und gearbeitet haben.“ Dafür dankte Mende allen Ehrenamtlichen für ihr Engagement in mehr als 130 Vereinen und Organisationen. „Vieles davon geschieht im Verborgenen und ist nicht weniger wichtig als die Taten, die in der Öffentlichkeit registriert werden.“

Für ihr herausragendes Engagement zeichnete Mende vier Celler aus. Den Kulturpreis der Stadt nahm Egon Ziesmann entgegen, „weil er in Celle wie kein anderer für Musik steht“, betonte Mende. Der 63-Jährige wurde für seinen jahrzehntelangen Beitrag als Leiter des „Jungen Chores Celle“ geehrt.

Stefan Eichardt vom Kino achteinhalb erhielt den Soziokulturpreis, da beim Jubiläum der CD-Kaserne untergegangen sei, dass auch der Kinoverein seinen 20. Geburtstag gefeiert habe, so Mende. Von Anfang an dabei ist der Vorsitzende Eichardt, der in der Stadt ein „kulturelles Kleinod“ geschaffen habe. „Sie haben mit Ihrer Filmauswahl abseits des Mainstreams cineastische Akzente gesetzt“, lobte Mende Eichardts Einsatz.

Der Sportpreis ging in diesem Jahr an den Hallenwart vom SSV Scheuen Rudolf Schlehuber. „Sie sind Ansprechpartner für alle und zeigen, wie Integration gelebt werden kann“, sagte Mende. So setzte sich der 67-Jährige dafür ein, dass Flüchtlinge ausreichend Sportkleidung und Schuhe erhielten.

Auch der 33-jährige Tobias Luttermann wurde ausgezeichnet. Der Feuerwehrmann kommt auf etwa 100 Einsätze im Jahr und wuchs über sich hinaus, als im Juni ein Unimog in die Fuhse stürzte und ein 14-Jähriger eingeklemmt wurde. Luttermann und seine Kameraden waren noch vor dem Rettungsdienst vor Ort und reanimierten den Jugendlichen, bis der Notarzt eintraf. „Damit sind Sie ein Vorbild, da Sie zeigen, wie wichtig es ist, das eigene Leben hinten anzustellen“, erklärte Mende.

Der scheidende Oberbürgermeister entschuldigte sich dafür, keine Frau auf die Bühne geholt zu haben. „Dabei engagieren sie sich ganz besonders häufig und übernehmen eher Rollen im Hintergrund“, betonte Mende. „Das kann ja mein Nachfolger im kommenden Jahr umgekehrt so machen.“

Von Dagny Rößler