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Celle Stadt Celler Busfahrer gewinnt vor Arbeitsgericht
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Busfahrer gewinnt vor Arbeitsgericht
07:16 26.11.2014
Von Jürgen Poestges
Quelle: CZ
Celle Stadt

„Die Kündigung ist unwirksam.“ Applaus der zahlreich erschienenen Kollegen brandete auf, als Richter Peter Rieck das Urteil verkündete: Der Busfahrer, dem die CeBus Anfang des Jahres gekündigt hatte, muss wieder eingestellt werden. „Wir sind natürlich hochzufrieden und freuen uns für den Kollegen“, sagte Jürgen Elendt, der Betriebsratsvorsitzende der CeBus.

Dem 50-jährigen Busfahrer war vorgeworfen worden, im Januar dieses Jahres auf einer Strecke falsch abgebogen zu sein und somit zwei Haltestellen nicht angefahren zu haben. Dort warteten Schulkinder in der Winterkälte. Da dies nicht der erste Fehler des aus dem Saarland stammenden Mannes war und er bereits Ermahnungen und Abmahnungen erhalten hatte, wurde ihm fristlos gekündigt. Dagegen hatte er geklagt.

In der gestrigen Verhandlung vor dem Arbeitsgericht Celle machte der Anwalt des Klägers noch einmal deutlich, dass er nicht an einem Vergleich mit seinem Arbeitgeber interessiert sei. Er wolle seine Arbeitsstelle wieder antreten. Der Anwalt der CeBus erklärte jedoch, dass es ja nicht die erste Verfehlung des Fahrers gewesen sei. „Es gibt über 100 Fahrer bei der CeBus, und alle außer dem Kläger haben keinerlei Probleme mit den verschiedenen Strecken“, sagte er.

Da widersprach dann aber auch der Richter. „Man muss davon ausgehen, dass alle Menschen verschieden sind. Es gibt da schon intellektuelle Unterschiede.“ Man dürfe dem Fahrer auch nicht unterstellen, dass er absichtlich den falschen Weg eingeschlagen habe. Dafür spreche unter anderem, dass er seinen Bus auf sechs Kilometer in der Stunde zurück gebremst habe, als er an der Kreuzung in Bergen nicht in Richtung Hornbostel abgebogen, sondern die Kreisstraße 51 weiter geradeaus gefahren sei.

Das unterstrich auch der Anwalt des Klägers. „Es gibt 87 Dienste bei der CeBus, das bedeutet, die Fahrer müssen viele Strecken kennen. Und er hat sich an dem Morgen des 27. Januar bereit erklärt, für einen Kollegen einzuspringen. Das bedeutet ja, dass er seinem Arbeitgeber helfen wollte.“ Der Mann war diese Strecke von August bis Dezember 2013 gefahren. Nach seinem Urlaub im Januar war dann die Streckenführung verändert worden.

„Die Fehler passieren aufgrund der Struktur der CeBus, nicht weil der Fahrer seine Arbeit nicht beherrscht“, erklärte Elendt. Gerade die betreffende Strecke werde des öfteren geändert. Das Problem sei, dass es nicht mehr wie vor Jahren einen Fahrer für eine Strecke gebe, sondern ein Fahrer täglich auf mehreren Strecken unterwegs sei. „Und Fehler passieren da schon mal, das ist kein Einzelfall.“ Allerdings hätten eben nicht alle solche Auswirkungen wie vergessene Kinder an einer Haltestelle.