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Celle Stadt Celler Campus: Zweiter Anlauf bei EU
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Campus: Zweiter Anlauf bei EU
18:04 16.12.2016
Von Gunther Meinrenken
Celle Stadt

Mende erklärte, dass der erste Antrag vor allem deswegen gescheitert sei, weil er den Fokus zu sehr auf Bautätigkeiten gelegt habe. Unter anderem hatte die EU den geplanten Bau einer Kindertagesstätte moniert. Beim zweiten Versuch werde man sich daher viel stärker auf den Bildungsaspekt konzentrieren. „Die Kraft unserer Idee war den Projekten, die von anderen Städten vorgelegt worden sind, deutlich überlegen. Mit dem neuerlichen Vorstoß wollen wir die Kontinuität an den Tag legen, um uns jetzt gegen größere und bedeutsamere Städte durchzusetzen“, erklärt Mende vor dem Hintergrund, dass in der letzten Runde der ersten Fördermittelvergabe nur noch Städte wie München, Wien, Rom oder Antwerpen vertreten gewesen seien.

In dem neuerlichen Antrag wolle die Stadt den Schwerpunkt auf ein internetbasiertes Bildungssystem legen. Dazu wolle man mit einer Hochschule kooperieren, deren Namen Mende noch nicht verraten möchte. „Wir wollen damit ein Angebot für den gesamten norddeutschen Raum schaffen und Celle so als Bildungsstandort etablieren“, so der Oberbürgermeister. Zuspruch für das Projekt gebe es auch von Seiten der IHK. „Wir wollen auch verstärkt ansiedlungstechnische Aspekte betrachten“, so Mende.

Der Antrag auf EU-Fördermittel werde jetzt erst einmal vorbereitet. Dabei sollen die Chancen und Risiken noch einmal umfassend dargestellt werden. Eine endgültige Entscheidung werde dann vom Verwaltungsausschuss und dem Betriebsausschuss der Zuwanderungsagentur getroffen.

Dass der erneute Vorstoß erst einmal auf einhellige Zustimmung in der Politik gestoßen ist, verwundert zunächst. Nicht zuletzt Mendes Nachfolger, der künftige CDU-Oberbürgermeister Jörg Nigge, hatte sich noch im August, als die Absage für den ersten Antrag bei der EU erfolgte, eher skeptisch zu dem gesamten Projekt geäußert. Damals zweifelte Nigge daran, dass die Arbeit mit Flüchtlingen an der Hohen Wende im Zentrum stehen sollte.

Stampft Nigge das geplante Projekt eines Bildungscampus nach seiner Machtübernahme im Februar also gleich wieder ein? Nigge: „Der erste Förderantrag wies Schwächen dahingehend auf, dass sowohl eine wirtschaftliche Tragfähigkeit des Konzeptes nicht valide einzuschätzen war, als auch das Konzept selbst nicht abschließend überzeugen konnte. Um ein wirtschaftliches Risiko für die Stadt auszuschließen, habe ich der wiederholten Erarbeitung des Antrages unter Zugrundelegung realer Kosten und eines ausgearbeiteten Konzeptes zugestimmt. Erst wenn das Ergebnis vorliegt, wird man eine endgültige Entscheidung über das Projekt treffen können.“