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Celle Stadt Celler City stolpert Richtung Zukunft
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler City stolpert Richtung Zukunft
18:32 17.09.2013
Von Michael Ende
Was wird aus der alten Feuerwehr-Hauptwache am Rand der Celler Innenstadt? Es gibt zwar schon erste Investoren-Entwürfe, aber keine Antwort auf die Frage nach der Art der Nutzung. Quelle: nicht zugewiesen
Celle Stadt

Von einer planvollen Entwicklung der Celler City kann derzeit kaum die Rede sein: Hier geht es zwar voran – aber nicht durchdacht und Schritt für Schritt. Es fehlt der “Masterplan“, der immer wieder mal unisono gefordert, entdeckt und dann vergessen wird. Ein Beispiel dafür, wie die City Richtung Zukunft stolpert, ist die alte Feuerwehr-Hauptwache. Das 3636 Quadratmeter große städtische Areal steht seit dem Wegzug der Feuerwehr vor fast einem Jahr leer. Jetzt soll diese Fläche entwickelt und einer neuen Nutzung zugeführt werden - „zeitnah“, wie es aus dem Rathaus heißt.

Als künftige neue Nutzung auf dem Areal ist nach Vorstellung der Verwaltung ein „Branchenmix aus Einzelhandel, Wohnen, Systemgastronomie gegebenenfalls auch gekoppelt mit einer Hotelansiedlung im mittleren Segment“ wünschenswert. Um hier voran zu kommen, soll ein Investorenwettbewerb ausgeschrieben werden. Ein Stichwort taucht in Zusammenhang mit der alten Hauptwache nicht auf: Lebensmittelmarkt – und das, obwohl noch völlig offen ist, ob der Investor Cramer sein Doppel-Projekt eines 3500 Quadratmeter großen Edeka-Lebensmittelsupermarkts an der Wehlstraße mit einem kleinen Pendant direkt in der City jemals verwirklicht. Ein Lebensmittler wäre auch an Standort alte Hauptwache denkbar. Kann man das jetzt schon vernachlässigen? Es läuft nicht rund in der City.

Einer, der sich deshalb Sorgen macht, ist FDP-Fraktionsvorsitzender Joachim Falkenhagen. „Die Innenstadt zu reaktivieren ist eine Herkulesaufgabe, aber sie muss bewältigt werden.“ Falkenhagen weist darauf hin, dass immer weniger Menschen bereit sind, in der Innenstadt zu wohnen: „Keine Parkplätze, rigoroses Knöllchenverteilen, Fachwerkhäuser in einem zum Teil erbärmlichen Zustand, Wohnräume von Vorgestern und schlechte Erreichbarkeit mit dem Auto machen das Wohnen in der Innenstadt unattraktiv. Der Zustand der Bergstraße mit dem Gelände der alten Feuerwache ist peinlich.“

Die demografische Entwicklung werde relativ kurzfristig dazu führen, dass weniger Menschen die City als „attraktives Einkaufscenter“ betrachten, und die gesteigerte Anzahl wohnortnaher Filialunternehmen mache einen Besuch der Innenstadt „entbehrlich“, so Falkenhagen: „Wenn nach der Verlagerung der Stadtverwaltung aus der Altstadt jetzt auch noch der Lebensmittelmarkt Ecke 77er Straße/Wehlstraße mit einer Angebotsfläche von 3500 Quadratmetern gebaut wird, dann haben die Mitarbeiter im Neuen Rathaus eine wunderbare Einkaufsmöglichkeit - der Innenstadt werden dadurch aber eher weitere Kunden entzogen.“

Ralf Blidon (FDP) gibt seinen Eindruck wieder, dass „die Belebung der Innenstadt derzeit nicht zu den zentralen Themen des Rates und der Stadtverwaltung zählt. Zwar wird jetzt endlich mit Hilfe eines Sanierungsträgers versucht, der Altstadt neue Impulse zu geben. Das ist gut und richtig. Entscheidend für die Zukunft des Einkaufszentrums Altstadt wird aber sein, die Anziehungskraft des Zentrums zu stärken“.

Aus diesem Grunde hat die FDP jetzt im Rat beantragt, die Verwaltung damit zu beauftragen, unter Berücksichtigung aller derzeit negativ wirkenden Einflüsse ein Maßnahmenbündel zu erarbeiten, um das Leben in der Innenstadt attraktiver zu machen und ihre Anziehungskraft für Dritte zu erhöhen. „Zentrales Thema“, so Blidon, „ist für uns die Erreichbarkeit der Innenstadt für deren Bewohner und für die Kunden. Jeder Bewohner soll künftig seine Wohnung erreichen können und sein Fahrzeug dort eine vertretbar lange Zeit stehen lassen dürfen. Daneben halten wir es für erstrebenswert, dass künftig an allen Parkplätzen im öffentlichen Raum der Innenstadt in den ersten 30 Minuten kostenfrei geparkt werden kann“. Michael Ende