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Celle Stadt Celler Cramer-E-Center startet durch
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Cramer-E-Center startet durch
17:14 21.11.2014
Von Michael Ende
Ansicht Cramer Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Celle Stadt

Gerade noch einmal „die Kurve gekriegt“ hat Jürgen Cramer mit seinem Projekt eines mit Wohnbebauung kombinierten Edeka-Lebensmittelsupermarktes an der Ecke Wehlstraße/77er Straße. Danach hatte es im September überhaupt nicht ausgesehen, als Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) nach zwei Jahren der Planung überraschend das Aus für das Cramer E-Center verkündet hatte, weil Cramer nicht die von der Stadt gewünschte Wohnbebauung an der 77er Straße realisieren wollte. Doch der Rat wollte Mende nicht einfach folgen, ohne Cramer noch eine Chance zu geben. Die hat der Investor genutzt. Das nachgebesserte Konzept, das er jetzt im städtischen Bauausschuss präsentierte, stieß auf breite Zustimmung. Die Stadt zog ihren Antrag, das Projekt neu auszuschreiben, zurück.

„Wenn wir damals nicht den Vertagungsantrag gestellt hätten, gäbe es das Cramer-Vorhaben nicht mehr - für die Verwaltung war dieses Projekt gestorben“, hatte Grünen-Fraktionsvorsitzender Bernd Zobel im Vorfeld der Sitzung gesagt: „Eine Konkurrenz zum Warenangebot der Altstadt sehen wir bei diesem Lebensmittelfrischemarkt nicht.“ Ganz anders äußerte sich FDP-Fraktionschef Joachim Falkenhagen: „Wir haben die große Sorge, dass die Innenstadt darunter leidet. Der Markt wird große Kundenströme anziehen - und das haarscharf an der Altstadt vorbei.“

Cramer versuchte dem Ausschuss sein neues Konzept zu verkaufen. Nun werde Wohnen voraussichtlich auf über 3000 Quadratmetern möglich; die Verkaufsfläche des Marktes habe man auf ebenfalls diese Größe reduziert. „Wir betreiben kein SB-Warenhaus - wir sind ein Lebensmittel-Supermarkt, der keine Konkurrenz zum Handel in der Altstadt darstellen wird“, beteuerte Cramer: „Wir stärken sogar die Altstadt, indem wir Kunden, die bisher an der Peripherie einkaufen, an die City heranziehen.“

Die Verkehrsanbindung und der Anlieferverkehr für das Objekt mit seinem dreistöckigen Parkhaus solle über die 77er Straße erfolgen, wo unter andrem ein neuer Kreisel errichtet werden solle, so Cramer: „Da gilt es noch Details zu klären.“ Details wie etwa die Kochschule, die man einrichten wolle, seien bereits geklärt. Das Projekt soll auch einen Impuls auf dem Arbeitsmarkt setzen: Insgesamt 120 Mitarbeiter - darunter zehn Prozent Minijobber - sollten hier montags bis samstags von 8 bis 21 Uhr auf Kunden warten. Auf eine genaue Angabe, wann er die Pforten des neuen E-Centers öffnen werde, wollte sich Cramer nicht einlassen. Nur so viel: „Wir drücken jetzt aufs Gaspedal.“

Torsten Schoeps (WG) gab sich zuversichtlich: „In zwei Jahren ist alles gegessen.“ „Wir waren von Anfang an für das Projekt“, sagte Jürgen Rentsch (SPD): „Ich kann der Verwaltung nur zu ihrem Erfolg gratulieren.“ Dem schloss sich Michael Bischoff (CDU) nicht an: „Fakt ist: Wären wir der Verwaltung gefolgt, dann wäre dieser B-Plan schon vom Tisch.“ Immerhin sei man jetzt auf einem guten Weg, meinte Stadtbaurat Ulrich Kinder: „Das geht jetzt genau in die richtige Richtung.“