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Celle Stadt Celler Dialogforum: Schienenkonzept ohne Knotenpunkte
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Dialogforum: Schienenkonzept ohne Knotenpunkte
18:27 22.05.2015
Das Dialogforum Schiene Nord beschäftigte sich am Freitag mit den Verkehrsprognosen des Bundes. Quelle: Tore Harmening
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"Wie sollen wir dann eine Trassenentscheidung treffen, wenn diese Ergebnisse nicht vorliegen?", wollte unter anderem Jan-Hendrik Hohls, Vorsitzender des Celler Bündnisses für Trassenneubau, wissen. Die Knotenpunkte seien für die Trassen selbst nicht entscheidend, so die Antwort eines der Ministeriums-Experten. Die Knoten würden „im Bundesverkehrswegeplan traditionell nachrangig betrachtet“. Man werde sich die Knoten in Hamburg, Bremen und Hannover aber in einem weiteren Schritt genau ansehen.

Der Uelzener Landrat Heiko Blume teilte die Einschätzung des Experten ebenfalls nicht. "Die Frage der Knotenpunkte ist nicht trivial, sondern wir können das nur in den Regionen vermitteln, wenn klar ist, dass es sich vor den Knotenpunkt nicht staut", so Blume. Er plädierte zudem dafür, dass bereits in der nächsten Sitzung mit der Kriterienerstellung für die Auswahl von Varianten begonnen wird, um am Ende des Dialogforums auch ein politisches Signal an den Bundestag senden zu können.

Dass ein Ausbau kommen muss, davon sind die Experten überzeugt, die im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums Prognosen für das Jahr 2030 erstellt haben. Die jetzigen Straßen und Schienen in Norddeutschland seien für den Verkehr der Zukunft nicht ausreichend. Wie Stefano Kotzagiorgis von Unternehmen BVU anhand von Tabelle erläuterte, seien die Entwicklungen sowohl bei Eisenbahn- als auch Lkw-Güterverkehr ansteigend. "Die Prognosen liegen teilweise unter der Entwicklung", so Kotzagiorgis. Die Gutachter gehen dabei von einem durchschnittlichen Wirtschaftswachstum von real 1,14 Prozent pro Jahr bis 2030 in Deutschland aus.

Ein wesentlicher Grund für den stärkeren Verkehr liege in dem Anstieg des Umschlags von Gütern in den deutschen Seehäfen. Wie Martin Makait von Logistics und Management sagte, gehen die Prognosen für das Bundesverkehrsministerium von einem Plus von 74 Prozent bis 2030 in den deutschen Häfen aus. Grundlage dafür ist aber ein Ausbau aller Verkehrsträger. "Dieses Wachstum ist mit der derzeit vorhandenen Infrastruktur beim Güterverkehr nicht realisierbar", sagte Makait.

Einige Teilnehmer zogen diese Prognosen allerdings in Zweifel. Zum einen gab es Fragen zu den Gutachtern, die an der Erstellung beteiligt waren, zum anderen sahen einige aktuelle Trends, wie demografische Entwicklung oder auch Wirtschaftseinbrüche 2008, nicht ausreichen berücksichtigt.

Das Interesse der Menschen am Verfahren ist groß. Inzwischen sind 2000 Bürgeranliegen eingegangen. Nach Angaben der Agentur vom Hoff wurden diese inzwischen thematisch eingeordnet.

Von Tore Harmening