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Celle Stadt Celler Entwicklungshilfeprojekt in Äthiopien trägt erste Früchte
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Entwicklungshilfeprojekt in Äthiopien trägt erste Früchte
21:10 20.11.2014
In einer mit Celler Spenden eingerichteten Klasse haben jetzt auch Kinder mit Behinderung die Möglichkeit, Lesen, Schreiben und weitere Dinge zu lernen. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
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Rüdiger Seebaß von den Ärzten am Neumarkt und Ehefrau Karola, die mit dem Geschäftsmann Jürgen Gessner das Projekt mit Leben erfüllen, haben im April rund 11.000 Euro, die vor allem von Freunden, Schulen und Unternehmen gespendet wurden, fnach Äthiopien gebracht. Nach mehr als einem halben Jahr ziehen sie eine Zwischenbilanz.

Die Hälfte des Geldes ist in das Enat Hospital, das von der Stiftung „Menschen für Menschen“ von Schauspieler Karlheinz Böhm finanziert und 2003 eingeweiht wurde, geflossen. Damit werden Fortbildungen für die Mitarbeiter, medizinisches Gerät und Medikamente sowie Operationen für die arme Bevölkerung bezahlt – alles koordiniert von Ayele Teschome, der das Krankenhaus seit Jahren leitet.

Das Projekt hat mittlerweile Vorbildcharakter angenommen, so dass der Vize-Premierminister des Landes dem Krankenhaus einen Besuch abgestattet hat. Doch der Mediziner Ayele Teschome, der zusammen mit zwei Assistenzärzten rund 33.000 Menschen versorgt, stößt mittlerweile an Grenzen. „Wenn eine Notoperation durchgeführt werden muss, ist er der einzige, der so was kann“, berichtet Rüdiger Seebaß. „Er ist seit Jahren Tag und Nacht in Bereitschaft, weil er sich so einen guten Ruf erarbeitet hat.“ Um den Gynäkologen zu entlasten, will das Ehepaar eine Kampagne in der Hauptstadt starten und so einen weiteren Facharzt in die ländliche Gegend „locken“.

Mit dem Geld aus Celle wurden weitere Projekte umgesetzt. Auf mehreren Hektar wurden Baumpflanzaktionen durchgeführt, um die steilen Abhänge, an denen die Schule der Stadt steht, gegen Erdrutsche zu schützen. Außerdem haben die Helfer vor Ort Klassenräume vergrößert und Möbel für eine Bibliothek gekauft. Durch das Entwicklungshilfeprojekt wurde die erste Klaase für Schüler mit Behinderungen eingerichtet. Ein voller Erfolg, wie Karola Seebaß sagt: „So realisieren die Menschen immer mehr, welches Potenzial auch in den behinderten Kindern steckt, wenn man sie richtig fördert. Da haben wir ein Umdenken in Gang gesetzt.“

Von Kai Knoche