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Celle Stadt Celler Feuerwehr braucht Nachwuchs
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Feuerwehr braucht Nachwuchs
16:34 19.04.2013
Von Michael Ende
Celle Stadt

In der Sitzung des städtischen Feuerschutzausschusses wurde den Politikern vorgerechnet, wie es um die Personalsituation bestellt ist. Sie sieht nicht ganz so gut aus, wie es auf den erstem Blick erscheinen könnte. Wenn man streng nach dem Niedersächsischen Brandschutzgesetz geht, dann liegt das Verhältnis der Mitgliederstärke zur Mindeststärke in Celle bei 200 Prozent. Die Berechnung müsse jedoch auf die örtliche Situation zur Beurteilung des Brandschutzes angepasst werden, erläuterte stellvertretender Stadtbrandmeister Olaf Mackensen: „Bewertet werden müssen die Zahlen, die benötigt werden, um ausreichend Einsatzkräfte für die Einsätze zur Verfügung zu haben.“ Dazu zählten auch die unabdingbar nötigen Reserven. Mit ihnen benötigt man in Celle 393 Feuerwehrleute. Bei einen Ist-Bestand von 455 Feuerwehrangehörigen liege der Personalindex somit nur noch bei 114 Prozent.

Die von Torsten Schoeps (WG) gestellte Frage, wann Celle eine Berufsfeuerwehr bräuchte, sei „sehr berechtigt“, sagte Stadtrat Stephan Kassel: „Wenn wir deutlich unter 100 Prozent rutschen würden und Probleme hätten, unsere Pflichten zu erfüllen, dann müssten wir darüber nachdenken.“ Dann müsste die Stadt drei Dutzend neue Mitarbeiter anstellen, rechnete Mackensen vor: „Man bräuchte mindestens zwölf Leute pro Schicht und das mal drei: Dann wäre wir bei 36 Leuten.“

„Wir sind an einem Punkt, dass bei zunehmender Belastung am Arbeitsplatz, steigendem Einsatzaufkommen und sinkenden Mitgliederzahlen die zuverlässige Abarbeitung von Einsätzen gefährdet sein wird“, so Kassel. Hier gelte es, durch „offensives Handeln“ die Verfügbarkeit von Einsatzkräften zu verbessern.

Es falle auch zunehmend schwer, gerade für dieses risikoreiche Ehrenamt geeigneten Nachwuchs zu finden. „Man darf nicht erwarten, dass die Menschen von sich aus zur Feuerwehr kommen. Man muss insbesondere auf die Menschen zugehen und sie dort ansprechen, wo sie sind“, so Kassel Gewonnen werden müssten Mitglieder aus Bevölkerungsschichten, die bisher noch drastisch unterrepräsentiert seien. Dazu zählten besonders Frauen sowie Celler mit Zuwanderungshintergrund. (mi)