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Celle Stadt Celler Feuerwehr kritisiert Stadt und Land
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Feuerwehr kritisiert Stadt und Land
18:24 29.01.2017
Von Gunther Meinrenken
Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Müller nahm die Verkehrsplanung in Celle ins Visier. Nicht nur kämen die Planungen am Nordwall nicht voran. Auch die Ostumgehung sei nicht auf die Notwendigkeiten für die Feuerwehr zugeschnitten. "Feuerwehrzufahrten sind hier Fehlanzeige, trotz Drängen der Feuerwehrführung führten die Gespräche mit Stadt und Land zu keinem Ergebnis", stellte Müller in dem mit 140 Feuerwehrleuten gut gefüllten Saal der Feuerwehrhauptwache am Herzog-Ernst-Ring fest. Die Folge: Bei Unfallschäden auf dem Teilstück zwischen Westercelle und der Bundesstraße 214 gibt es keine zusätzlichen Zufahrtmöglichkeiten, so dass die Einsatzkräfte mitunter länger bräuchten, um zu Ort des Geschehens zu kommen. Und dieser Fehler wiederhole sich jetzt. "Gleiches gilt für die nunmehr vorgelegte Planung zwischen Altenhagen und Groß Hehlen, damit ist die Feuerwache in Vorwerk von der Ortsumgehung abgehängt", mahnte Müller.

Weiterhin warten muss die Celler Feuerwehr auf eine "Ersatzbeschaffung aus der Bundesbrandschutzkomponente" für ein mittlerweile 35 Jahre altes Fahrzeug. In 2016 sei überhaupt kein Fahrzeug ersetzt worden. "An zusätzlichen Beschaffungen wird dringend ein Messfahrzeug für die Schadstoffmessung bei Großbränden und chemischen Unfällen gebraucht. Wir müssen die Bevölkerung nicht nur rechtzeitig informieren, sondern auch Ergebnisse der Schadstoffmessung schnell und umfassend liefern", so Müller. Hintergrund: Bei den Großbränden einer Fabrik in Altencelle im Jahr 2015 und der großen Sporthalle am Schulzentrum Burgstraße hatten die Rauchschwaden die Bevölkerung beunruhigt.

Alles andere als zufrieden war Müller mit der Zuteilung auf die Lehrlänge der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz. Mit unter 30 Prozent sei die Quote hier "sehr schlecht" ausgefallen. "Die politischen Zusagen weichen von der Realität ab. So motiviert man sicher kein ehrenamtliches Engagement", merkte Celles Ortsbrandmeister an.

Und wie sehr die ehrenamtlichen Feuerwehrleute gebraucht werden, machte Müller bei der Einsatzbilanz deutlich, die er für das abgelaufene Jahr zog. Insgesamt habe es 285 Einsätze gegeben. 108 Brände, darunter zwei Großfeuer und sieben Mittelbrände, 52 technische Hilfeleistungen darunter fünf schwere Verkehrsunfälle und 116 Fehlalarmierungen, hinzu kamen noch neun Einsätze der Hauptwache im Landkreis als nachbarliche Löschhilfe.

Müller widmete sich zudem der privaten Rauchmelderpflicht, die seit nunmehr einem Jahr gilt und auch die Einsatzzahlen verändert habe. 15 Einsätze hierzu waren die Folge. "Immerhin mussten Türen aufgebrochen werden, um in den leerstehenden Wohnungen nach Entstehungsbränden zu suchen, meistens war es angebranntes Essen auf dem Herd, aber auch in vier Fällen wurden Bewohner schlafend angetroffen. Hier zeigt sich, dass die Gesetzgebung richtig handelt, wenn sie Prävention vorschreibt", so Müller.