Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Celler Firma beim Bundespräsidenten
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Firma beim Bundespräsidenten
19:10 06.06.2016
Von Gunther Meinrenken
Wolfgang Haacke (blaues Hemd) zeigt mit seinem Team bestehend aus Hans-Walter Kampe, Carsten Pröve und Alexander Elvers (von links) die in Celle entwickelte Korkdämmlehmplatte. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Haacke hatte sich im vergangenen Jahr für die "Woche der Umwelt" beworben. Eine unabhängige Jury fand das Produkt so gut, dass die Celler Firma es nun im Rahmen der 4000 Quadratmeter großen, zweitätigen Leistungsschau im Herzen der Bundeshauptstadt zeigen darf. Haacke: "Über die Auswahl zur Ausstellung beim Bundespräsidenten freue ich mich sehr und sehe darin eine Auszeichnung für 60 Jahre innovative Tätigkeit als mittelständischer Unternehmer der sozialen Marktwirtschaft. Dieses Patent ist die Krönung meines Lebenswerkes."

2007 hatte Haacke die Idee für seine Innovation. 2014 meldete er das Patent an. Im Anschluss erhielt die Firma sogar einen Forschungsauftrag von der Bundesstiftung Umwelt. 240.000 Euro hat das Celler Unternehmen in die Entwicklung der Korkdämmlehmplatte investiert, 85.000 Euro erhielt sie als Zuschuss von der Bundesstiftung Umwelt.

Die Korkdämmlehmplatte wird aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. In Portugal und Spanien wird dazu Rohkork zerkleinert und anschließend erhitzt, bis er "wie Puffreis aufgeht". Unter Hochdruckdampf werden daraus dann die Platten geformt. In Celle erfolgen im Anschluss die nächsten Arbeitsschritte. In die Zwischenräume wird ein Gemisch aus Kieselgur und Ton gespritzt. Darüber werde optimal die Feuchtigkeit in der Luft abgeführt.

"Die neue Platte wird mit der Vorstellung beim Bundespräsidenten für den Markt ab heute, 7. Juni, freigegeben. Sie ist vom Forschungsinstitut für Wärmeschutz ( FIW) München, vom Institut für Klimatik der TU Dresden und vom Niedersächsischen Materialprüfamt der Uni Hannover geprüft und wird auch in der Fachwerkstadt Celle für die innere Wärmedämmung der historischen, denkmalgeschützten Fachwerkbauten ein gesuchtes Produkt sein", erläutert Haacke.

Die Facharchitekten und die Denkmalpflege zeigten bereits großes Interesse an seiner Erfindung, teilt der Firmeninhaber mit. Die Korkdämmlehmplatte könne einen wichtigen Beitrag zur thermischen Sanierung von Fachwerkhäusern leisten.