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Celle Stadt Celler Friedhofsgebühren sollen steigen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Friedhofsgebühren sollen steigen
12:58 24.09.2013
Von Michael Ende
Celler Friedhofskultur: Die steinerne Arche auf dem Waldfriedhof, die Friedhofsmeister Harry Sinkel präsentiert, steht im krassen Gegensatz zu Praktiken wie etwa auf dem Friedhof von Horrweiler Rheinland-Pfalz, wo 700 Plastikrohre auf einem anonymen Gräberfeld Platz für 2100 Urnen bieten. Quelle: Gert Neumann
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Zuerst die gute Nachricht: Die Abwassergebühren in Celle werden 2014 nicht ansteigen. Der Grund dafür sei, dass der Abwasserbereich im Jahr 2012 mit einer Überdeckung in Höhe von 618.017,90 Euro abgeschlossen habe, so die Stadtverwaltung. Dies sei durch ein optimiertes Energiemanagement, Einsparungen bei den Sachkosten und Verschieben von Vorhaben erreicht worden. Deshalb hat die Verwaltung empfohlen, den Überdeckungsbetrag in voller Höhe in die Kalkulation 2014 einfließen zu lassen und demzufolge die Abwassergebühr bei 2,70 Euro pro Kubikmeter zu belassen. Dem hat jetzt der städtische Ausschuss für öffentliche Einrichtungen zugestimmt.

Und nun die weniger gute Nachricht: Im selben Ausschuss erläuterte Jens Hanssen, im Rathaus Fachbereichsleiter Straßen, Verkehr und öffentliche Einrichtungen, dass und warum die Friedhofsgebühren 2014 ansteigen müssten: "In diesem Bereich, der ebenfalls kostendeckend arbeiten muss, können die Gebühren nicht konstant bleiben." Grund dafür sei neben steigenden Personal- und Sachkosten ein Wandel in der Bestattungskultur, so Hanssen: "Die vergebenen Grabflächen als Maßstab für die Grabplatzgebühren sind weiter rückläufig auf Grund des seit Jahren beobachteten und nach wie vor ungebrochenen Trends zu kleineren Gräbern."

In den zurückliegenden zehn Jahre sei die Zahl der in Celle beurkundeten Sterbefälle von 1508 auf aktuell 1244 zurückgegangen seien, so Hanssen: "Hiervon wiederum sind nur rund 55 Prozent Celler Bürger. Sieht man sich für den gleichen Zeitraum die auf den kommunalen Friedhöfen durchgeführten Bestattungen an, so sind hier die Zahlen von 908 auf 790 zurückgegangen." Da man aber die Kosten nicht in gleichem Maße einschränken könne, sei eine Gebührenerhöhung unvermeidbar.

Im Vergleich der norddeutschen Friedhöfe liege Celle mit seinen Gebühren im "unteren Mittelfeld" und sei nur halb so teuer wie etwa Osnabrück, Hildesheim oder Göttingen, so Hanssen: "Und deren Friedhöfe sind vom Pflegezustand her deutlich schlechter als die städtischen in Celle." Einzige Alternative zu Kostensteigerungen sei ein massiver Abbau lieb gewordener Standards, so Hanssen, der anhand von Fotos demonstrierte, wie würdelos heute bereits andernorts Urnen in Billig-Begräbnissen "weggebaggert" würden.

Im Ausschuss war man sich einig, dass die Celler Friedhöfe weiterhin von einer qualitätvollen Gartenkultur geprägt sein sollten und votierte für Kostensteigerungen. Ihnen zufolge soll 2014 der Tarif für die 20-jährige Belegung eines Reihengrabes von bisher 902 auf 1030 Euro steigen; ein anonymes Urnengrab soll statt bisher 533 Euro dann 592 Euro kosten. Michael Ende