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Celle Stadt Celler Gesamtschule: Zusagen sind sicher
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Gesamtschule: Zusagen sind sicher
22:36 10.07.2014
Von Gunther Meinrenken
Christoph Engelen. Quelle: nicht zugewiesen
Celle Stadt

Das widersprüchliche Verhalten des Vorsitzenden der Celler SPD, Christoph Engelen, in Sachen Gesamtschule hat dem SPD-Kreistagsabgeordneten Kritik aus den eigenen Reihen eingebracht. Engelen hatte als Politiker im Kreistag für die Einführung einer fünfzügigen Gesamtschule gestimmt. Nachdem nun sein Sohn beim Losentscheid keinen Platz bekommen hat, will er das Verfahren anfechten und hat dabei vor allem die Zügigkeit der Schule im Visier. "Als Politiker steht man im Dienst der Allgemeinheit und muss seine persönlichen Dingen hintenan stellen", fand Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) deutliche Worte für seinen Parteikollegen.

Das Vorgehen von Engelen habe ihn überrascht, so Mende. Eine abgestimmte Aktion innerhalb der SPD sei dies nicht. Engelen, der für sich in Anspruch nimmt, "als Vater zu handeln und nicht als Politiker", hat in seiner Presseerklärung allerdings nicht nur auf sein Kreistagsmandat und seinen Parteivorsitz hingewiesen, er hat auch versucht, Unterstützung von der SPD zu bekommen. Das berichtete Maximilian Schmidt, SPD-Fraktionsvorsitzender im Kreistag. So habe Engelen angefragt, ob die SPD die Klage nicht finanziell unterstützen wolle. Der engere Unterbezirksvorstand um Rolf Meyer, Kirsten Lühmann und Schmidt habe dies aus rechtlichen und politischen Gründen abgelehnt.

"Man muss bei Entscheidungen das richtige Forum wählen. Und das ist nicht der Gerichtssaal", sagte Schmidt. Seine Partei werde allerdings angesichts der hohen Anmeldezahlen für die IGS nach der Sommerpause den Antrag stellen, die Gesamtschulkapazitäten zu erhöhen, entweder durch mehr Klassen oder eine weitere Gesamtschule.

Landrat Klaus Wiswe (CDU) räumte einer Klage keine Erfolgsaussichten ein. "Das Losverfahren ist rechtlich anerkannt." Die Frage der Glaubwürdigkeit könne nur Engelen selbst beantworten. "Es ist allerdings äußerst misslich, dass durch den Vorstoß von Herrn Engelen jetzt zahlreiche Eltern verunsichert sind", so der Landrat.

Doch von der Landesschulbehörde kommt Entwarnung. Die Eltern, die beim Losentscheid einen Platz für ihre Kinder an der Gesamtschule bekommen haben, könnten beruhigt sein. "Es kann nicht passieren, dass das ganze Losverfahren hinfällig ist, selbst wenn Klagen gegen den Losentscheid vor Gericht Erfolg haben sollten. Die einzige Folge könnte sein, dass die Kinder der Eltern, die geklagt haben, ebenfalls auf der Gesamtschule aufgenommen werden müssen", erklärte Ann-Christin Malorny von der Landesschulbehörde. Im Klartext: Die Zusagen sind sicher.

Gunther Meinrenken