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Celle Stadt Celler Grüne wollen mehr sozialen Wohnungsbau
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Grüne wollen mehr sozialen Wohnungsbau
18:49 19.10.2017
Von Michael Ende
Quelle: Christian Thiele
Celle Stadt

Als kürzlich der Investor Markus Reschke-Wilharm im städtischen Bauausschuss seine Pläne für ein neues Baugebiet zwischen Zugbrückenstraße und Klein Hehlener Bach vorstellte, hakte Stephan Ohl (Grüne) nach und fragte, ob dort auch sozialer Wohnungsbau geplant sei. Der Investor verneinte. Er will dort, wo jetzt noch Bäume stehen und Pferde grasen, ein schickes Wohngebiet mit Immobilien, die eine möglichst hohe Rendite einbringen, hochziehen. An Wohnraum nicht solvente Kunden sei nicht gedacht, hieß es.

Das wurmt den Grünen-Fraktionsvorsitzenden Bernd Zobel. Er stört sich daran, dass sich städtische Bauinteressen immer mehr auf Eigenheim-Bauer und wohlsituierte Rentner, die sich teure Eigentumswohnungen leisten können, zu fokussieren scheinen: "Dieser Trend ist nicht in Ordnung. So kann das nicht weiter gehen." Zobels Forderung: "Der Rat der Stadt sollte umgehend verbindliche Regelungen zur Steigerung der Anteile des sozial geförderten und des preisgedämpften Wohnungsbaus in Celle beschließen, um der gesteigerten Nachfrage in diesen Segmenten nachzukommen."

Bei der Schaffung neuen Planungsrechts im Wohnungsbau sowie beim Verkauf von städtischen Flächen ab 25 Wohneinheiten oder ab 2200 Quadratmetern Wohnfläche müssten dem Antrag der Grünen zufolge mindestens 30 Prozent der Wohneinheiten im öffentlich geförderten Wohnungsbau errichtet werden. Mindestens zwei Drittel dieser Wohneinheiten sollten dabei im sozialen Mietwohnungsbau umgesetzt werden. "Darüber wollen wir die Verwaltung beauftragten, bevorzugt über die städtische Wohnungsbau GmbH auslaufende Belegungsrechte zu verlängern oder zu erwerben", so Zobel.

Investoren müssten sich dazu verpflichten, die Folgekosten sowie weitere Kosten, die durch ihr Vorhaben ausgelöst werden – zum Beispiel Ausgleichsvorhaben und naturschutzrechtliche Regelungen – vollständig oder anteilig zu übernehmen, so Zobel, der mit seiner Fraktion bereits sehr detaillierte Überlegungen ausgearbeitet hat: "Bei der Schaffung neuen Planungsrechts im Wohnungsbau mit 12 bis 24 Wohneinheiten sollte eine Quote von mindestens 20 Prozent für den öffentlich geförderten Wohnungsbau gelten."

Die Stadt selbst sollte dabei eine Vorreiterrolle einnehmen, fordern die Grünen. Städtische Flächen, die sich für sozialen Wohnungsbau eigneten, sollten vorrangig der WBG zum Kauf angeboten werden, so Zobel: "Die WBG sollte sich dann sich im Gegenzug auf eine 30-jährige Bindungsfrist der Wohnungen mit Option auf Verlängerung verpflichten."