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Celle Stadt Celler HBG-„Helden“ sollen die Zukunft in die Hand nehmen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler HBG-„Helden“ sollen die Zukunft in die Hand nehmen
16:17 16.06.2017
Von Michael Ende
Mirko Truscelli mit seinen Jahrgangsbesten Malte Bantz (Durchschnitt 1,6) und Pauline Andrae (1,3) Quelle: David Borghoff
Celle Stadt

"Ihr könnt dafür Verantwortung übernehmen, sensible Antennen dafür zu entwickeln, wahrzunehmen, wenn sich unsere Welt wieder in Richtung einer kriegerischen Stimmung entwickelt. Wir können Verantwortung übernehmen dafür, dass so etwas, wie es das Nazisystem gemacht hat, nie wieder und nirgendwo auf der Welt mehr passiert", so der Schulleiter: "Wir können auf Missstände hinweisen, die wir entdecken und dann handeln. Natürlich in einem demokratischen und menschenwürdigen Rahmen."

„Wenn ihr eure Augen nicht gebraucht, um zu sehen, werdet ihr sie brauchen, um zu weinen", zitierte Truscelli Jean-Paul Sartre. "Die wahren Helden einer Zeit sind nicht die Spaßmacher, es sind die, die sich getraut haben, anders zu denken, die sich getraut haben, dies auszusprechen und die sich getraut haben, so zu handeln." Helden seien jene, die kritisch denken könnten, die Demokraten seien, die auf Missstände hinwiesen, die handelten, die Menschenwürde ernst nähmen, Nächstenliebe fühlen und lebten: "Werdet selbst solche Helden! Ich glaube an Euch, denn ohne Glauben ist die Welt verloren."

Als Sprecher des Kollegiums sagte der stellvertretende Schulleiter Robert Baberske, dass die Abiturienten in eine immer größer werdende Freiheit hineinwüchsen: "Der heutige Tag markiert eine Gelenkstelle in Ihrem Leben, die kommende Zeit wird davon geprägt sein, aus der eigenen Beurteilung der Dinge Konsequenzen für das eigene Handeln abzuleiten. Das Rüstzeug dazu haben Sie an Bord." Er wünsche ihnen einen Blick auf die Dinge, der sich nicht von scheinbar schnellen Wahrheiten blenden lasse, der nicht die vermeintlich einfachen Lösungen bevorzuge: "Ich bin skeptisch, ob man die komplexen Zusammenhänge dieser Welt in 140 Zeichen Tweet darstellen und lösen kann."

Baberske ist aber auch optimistisch: "Von einigen von Ihnen kenne ich die Pläne für die kommende Zeit. Sie gehen als Entwicklungshelfer nach Indien, Sie wollen Unfallchirurgin, Grundschullehrerin, Controller oder Ingenieurin werden, jemand auch eine Tischlerlehre und anschließend ein Architekturstudium absolvieren." Ihm sei aufgefallen, wie stimmig und reflektiert in Bezug auf ihr eigenes Bild die Schüler diese Entscheidungen getroffen hätten.

Auch Baberske betonte, wie wichtig ein eigener Standpunkt sei: "Haben Sie Mut, ihn konsequent und gegen Widerstände zu vertreten. Geben Sie nicht der individuellen Nutzenmaximierung der Vorzug, orientieren Sie sich am Kategorischen Imperativ, der Ihnen möglicherweise in dieser Bildungseinrichtung über den Weg gelaufen ist. Ihnen stehen viele Türen offen – durch welche Sie gehen wollen, müssen Sie entscheiden.