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Celle Stadt "Celler Hafen ist meine zweite Heimat"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Celler Hafen ist meine zweite Heimat"
16:28 17.07.2018
Von Audrey-Lynn Struck
Quelle: Oliver Knoblich
Celle Stadt

"Ich wollte am Hafen lesen, weil es hier so schön ruhig ist", erklärt der Rentner. So ganz scheint er von der Anlage allerdings noch nicht überzeugt zu sein. Zwar sei sie nach dem Umbau um einiges schöner und der Hafen deutlich attraktiver, doch die leeren Zuschauerplätze seien auch irgendwie traurig.

"Natürlich ist es auch noch sehr früh. Aber vielleicht könnte man generell hier mehr Veranstaltungen machen, wie einen Fischverkauf", so Tischer. Zwar gibt es kein Fischverkauf, aber zumindest täglich ein Treffen unter Seebären. "Jeden Tag kommen wir Rentner so ab halb elf zusammen und trinken ein Bier oder einen Schnaps. Um zwölf geht es dann wieder nach Hause zum Mittag essen", verrät Friedrich "Fritze" Bornemann.

Gebürtig kommt der 79-Jährige von der Saale, wo bereits seine Großeltern in der Schifffahrt tätig waren. Bornemann selbst fing bei der Binnenschifffahrt an und legte mit seinem Kahn auch des öfteren in Celle an. "Im Haus der Jugend habe ich Tischtennis gespielt, Brause getrunken und Mädchen liefen da auch rum. Und dann biste hier hängen geblieben", sagt der Rentner, der so auch seine Frau in Celle kennen lernte. Zusammen betrieben sie zehn Jahre lang das "Wappen" von Celle. Zusätzlich war Fritze Bornemann jahrelang Hafenmeister und trat auch in den Yachtclub ein.

Als der Celler schließlich in Rente ging kaufte er sich das Boot "Barbados". "So ganz ohne Schiff geht es einfach nicht. Der Celler Hafen ist wie meine zweite Heimat", so Fritze Bornemann. Die Barbados ist auch der Grund dafür, dass er zu so früher Stund an den Hafen gekommen ist. Bewaffnet mit Eimer und Pinsel möchte er die Lackierung auffrischen.

Dennoch findet der Rentner noch Zeit für ein kleines Pläuschchen mit Thomas Eggeling vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Verden. Mit seinem Boot "Witze" fährt Eggeling in den Hafen ein und misst nach einer Kehrtwende den Stand. "Momentan ist es recht trocken und der Wasserstand so natürlich auch gesunken", weiß bereits der erfahrene Seefahrer Bornemann zu erzählen.

Zusätzlich würde der Sand sein Übriges tun. "Jeder Fluss bringt immer etwas mit runter. Das haben wir schon in der Schule gelernt", so der Celler. Das momentane Wetter begünstige die Versandung. Seit einiger Zeit sei die Pflege des Hafens nicht mehr "so dolle". "Angeblich kommen sie mit den Baggern nicht mehr hier hin um den Sand raus zu holen", sagt Fritze Bornemann.

Die Stadt und der Landkreis müssten dagegen unbedingt etwas machen, sodass der Hafen auch weiterhin so schön wie bisher bleibe. "Was einmal weg ist, kommt nicht wieder. Also muss man zusehen, das man so etwas erhält." (als)