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Celle Stadt Celler Haushalt: 2,6 Millionen Euro fehlen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Haushalt: 2,6 Millionen Euro fehlen
20:56 29.03.2017
Von Gunther Meinrenken
Bei der Unterhaltung von Kitas und Schulen, Straßen und Wegen und der Grünflächen soll nach dem Willen der Politik nicht gespart werden. Quelle: Roger Friedrichsdorf / Rolf Vennenbernd
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Die Aufstellung eines Sparprogramms war nötig geworden, weil sich die Haushaltszahlen Ende Februar dramatisch verschlechtert hatten. Wegen wegbrechender Einnahmen bei der Gewerbesteuer in Höhe von 4 Millionen Euro und Forderungen der Pensionskasse für Rückstellungen in Höhe von 1,8 Millionen Euro war der Celler Etat in die roten Zahlen gerutscht. Die Mehrbelastungen konnten nur zum Teil kompensiert werden. Am Ende stand statt eines Plus von 123.000 Euro ein Minus von 3,5 Millionen Euro. Verwaltung und Politik waren gezwungen, nun doch wie in den Jahren zuvor ein Haushaltssicherungskonzept aufzustellen.

"Bestimmte Dinge sind rausgefallen, andere sind dafür aufgenommen worden. Es war eine sehr konstruktive Diskussion", fasste Bertram gestern die Sitzung des Finanzausschusses zusammen. Gute Nachricht für alle Eltern: Sie werden außer der normalen Kostenanpassung durch Tarifsteigerungen beim Personal keine höheren Kindergartengebühren zu zahlen haben. "Außerdem hat sich die Politik darauf verständigt, nicht an Unterhaltungsmaßnahmen zu sparen. Das betrifft sowohl Schulen und Kindergärten als auch den Betrag für Straßen, Wege und Plätze sowie die Grün- und Parkanlagen", teilte Bertram mit.

Bertram wies darauf hin, dass man trotz des Defizits in der mittelfristigen Finanzplanung Verbesserungen erreicht habe. Ursprünglich sei man im Haushaltsansatz für 2017 von einem Defizit in Höhe von 8,5 Millionen Euro ausgegangen. "Jetzt stehen wir immerhin schon einmal 6 Millionen Euro besser da. Leider wird oft vergessen, was die Mitarbeiter der Stadt hier schon geleistet haben."

Die größten Brocken bei den Verbesserungen sind etwa die Wiederbesetzungssperre, durch die man noch einmal 100.000 Euro mehr einsparen wolle als ursprünglich vorgesehen, nämlich 700.000 statt 600.000 Euro. Durch Optimierungen im Kreditbereich sollen 2017 schon einmal 180.000 Euro zusammenkommen. "Für 2018 gehen wir hier von 440.000 Euro und für 2019 von 630.000 Euro aus", sagte Bertram. 150.000 Euro geringere Ausgaben werde man durch die Abgabe des City Service, die städtische Abteilung, die für die Reinigung der öffentlichen Toiletten zuständig ist, an den Eigenbetrieb Klärwerk erzielen.

Perspektivisch geht Bertram davon aus, dass es nicht gelingen werde, in den nächsten fünf Jahren einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. "Wir werden uns jetzt Gedanken machen, wie wir das Ergebnis strukturell verbessern können. Dazu gehören auch Gespräche mit dem Landkreis, um Aufgaben, die beide Verwaltungen erledigen, vielleicht besser organisieren zu können", so der Kämmerer.