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Celle Stadt Celler Heese-Markt auf verlorenem Posten
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Heese-Markt auf verlorenem Posten
10:20 10.11.2017
Von Michael Ende
Ende eines Wochenmarktes: Ganze drei Marktbeschicker trotzen auf dem Heeseplatz noch der übermächtigen Konkurrenz von Penny & Co. Quelle: David Borghoff
Celle Stadt

Dabei ist das Phänomen schon längst bekannt. "Der Heese-Markt leidet unter dem Wettbewerb mit Supermärkten und Discountern und erlebt zunehmend einen Kundenschwund. Denn die Preise der Verbrauchermärkte können von den Markthändlern im Lebensmittelbereich nicht unterboten werden. Kaufkraft geht am Standort verloren und Händler wandern ab. Um den Heese-Markt weiter lebensfähig zu halten, ist ein Gegensteuern notwendig." So lautet die Analyse, die die Verwaltung der Politik bereits im Anfang 2011 präsentiert hat. Aufgehalten wurde der Niedergang des Wochenmarktes seitdem nicht.

Das sollte jetzt nach Meinung der SPD der neue, seit Februar im Amt befindliche Oberbürgermeister Jörg Nigge (CDU) "persönlich" übernehmen. Die SPD forderte, Nigge solle sich persönlich für den Erhalt des Wochenmarktes einsetzen, persönlich "Initiativen starten", persönlich "Gespräche führen" und persönlich "die Situation stoppen". Das sollte ganz klar gegen Nigge persönlich gehen, doch der bemühte sich, die Attacken nicht allzu persönlich zu nehmen.

Nigge würdigte ausdrücklich die Arbeit seines Vorgängers Dirk-Ulrich Mende (SPD): "Er hat im Laufe der Jahre wirklich alles versucht um den Heese-Markt zu retten – leider ohne Erfolg." Bereits im Jahr 2013 habe sich die Verwaltung intensiv mit dem Heese-Markt beschäftigt. Ausdrücklich im Sinne „Hilfe zur Selbsthilfe“ sei in einer Arbeitsgruppe der Verwaltung mit dem Marktverein und Marktbeschickern vielfältige Möglichkeiten im Bereich Marketing besprochen worden.

Auch die Marktsatzung sei geändert worden. Sie bietet den Beschickern weitreichende Möglichkeiten in der Angebotsstruktur und bei Verkaufsförderung wie Aktionstage, Verkostungen, Veranstaltungen. "Die Marktbeschicker waren aber nicht bereit, Geldmittel für Werbung und Verkaufsförderung in die Hand zu nehmen", so die Verwaltung. Die Stadt habe unter Mendes Verantwortung über die Finanzierung eines Flyers hinausgehend ebenfalls keine Haushaltsmittel eingesetzt.

Der Heese-Markt befinde sich in einer Abwärtsspirale, so die Verwaltung: "Bei Marktbeschickern findet ein Generationswechsel statt; eine Nachfolge ist oft nicht sichergestellt. 2013 waren 16 ständige Händler auf dem Heese-Markt, während aktuell noch vier Händler am Mittwoch und neun Händler am Samstag den Heese-Markt bedienen." Darunter leide die Attraktivität. Neue Beschicker ließen sich nicht finden: "Wenn ein Absatzmarkt fehlt, kann auch ein Wochenmarkt nicht dauerhaft existieren." Nigge: "Auf der Heese sieht man auch, was passiert wäre, wenn ein großer Edeka-Cramer-Markt direkt neben der Altstadt aufgemacht hätte."

Joachim Falkenhagen (FDP) sagte, dass man die Gesetzmäßigkeiten des Marktes nicht wegdiskutieren könne: "Irgendwann muss man die Fahne senken und sagen: Das war's." Das war Patrick Brammer (SPD) nicht genug: "Wir wollen die Fahne nicht senken. Die Verwaltung muss sich engagieren." Es wurde beschlossen, dass die Stadt die Entwicklung des Marktes weiter "begleiten" solle. Nigge gab den Politikern und auch den Heese-Anwohnern einen ganz simplen Vorschlag mit auf den Weg: "Sie können auf dem Heese-Markt auch einfach einkaufen. Das würde am meisten helfen."