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Celle Stadt Celler Hochwasserschutz: 5,2 Millionen Euro vermauert
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Hochwasserschutz: 5,2 Millionen Euro vermauert
17:22 09.09.2013
Von Michael Ende
Zwei Mauern sind besser als eine: Auch direkt neben der - Justizvollzugsanstalt in der Nähe der Guizettistraße wird ein - Hochwasserschutzwall gebaut.    Quelle: Gert Neumann
Celle Stadt

Zwei Mauern sind besser als eine. Wer betrachtet, was jetzt entlang der Celler Justizvollzugsanstalt an der Aller gebaut worden ist, der könnte auf die Idee kommen, hier habe man einer Neuauflage des „Celler Lochs“ durch die Errichtung eines zweiten Walls vorbeugen wollen. Doch das Loch, das die Stadt hier stopft, bezieht sich auf den Hochwasserschutz. An der Gehrkengasse, in der Nähe der Guizetti­straße, des Allergartens, der Kläranlage und Nienburger Straße sowie des Tribünenbuschs und der Straße „Texas“ sind Hochwasserschutzmauern gebaut worden. Errichtet wurden zusätzlich Schöpfwerke, die das Wasser aus Wohngebieten herauspumpen, falls es nicht mehr auf natürlichem Wege zur Aller oder Fuhse gelangen kann.

„Die Schutzmauern sind nunmehr weitgehend fertiggestellt. Letzte Arbeiten zur Angleichung der Randflächen stehen ebenfalls kurz vor dem Abschluss. Somit ist der zweite Planfeststellungsabschnitt fristgerecht abgewickelt“, so der städtische Pressesprecher Wolfgang Fischer. Der Bau der Mauern erforderte Investitionen in Höhe von 2,1 Millionen Euro. Fischer: „Wenn der zweite Planfeststellungsabschnitt fertiggestellt ist, hat die Stadt Celle in diesem Sektor bei Baukosten von insgesamt 5,2 Millionen Euro und einer etwa 70-prozentigen Förderung durch das Land und die EU 1,5 Millionen Euro an Eigenmitteln investiert.“

Im Ernstfall dürfte sich diese Investition rechnen. Wenn der dritte Abschnitt des Hochwasserschutzes bis zur Wehranlage an der Allerinsel fertig ist, soll ein Hochwasser bis zu 60 Zentimeter niedriger ausfallen. Niedriger ausfallen würden dann auch die Flutschäden, die Experten im Falle eines Jahrhunderthochwassers in Celle auf 105 Millionen Euro geschätzt haben.

„Wir warten jetzt gespannt auf den Beschluss zum dritten Abschnitt, der die Allerinsel betrifft, um mit den Vorbereitungen beginnen zu können“, erläutert Fischer. Danach solle es übergangslos weitergehen: „Nach dem entsprechenden Bescheid vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz könnten wir die für 2014 geplanten ersten Baumaßnahmen unmittelbar öffentlich ausschreiben.“ Diese Arbeiten auf der Allerinsel gelten im Rathaus als „Taktgeber“ bei der Weiterentwicklung der städtischen Brache: Bevor der Hochwasserschutz nicht geregelt ist, kann es nicht mit der Entwicklung der Allerinsel voran gehen.

Wie es mit dem Hochwasserschutz nach dem dritten Abschnitt an der Aller weiter geht, ist noch nicht geklärt. Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende hat angedeutet, dass das Gefahrenpotential der Fuhse beim jüngsten Hochwasser die städtischen Planer durchaus beeindruckt und nachdenklich gemacht hat: „Nach der Allerinsel kommt entweder der Bereich oberhalb des Allerwehrs dran – oder sollten wir uns besser zunächst der Fuhse zuwenden? Das untersuchen wir nun.“ Für ein Engagement an der Fuhse spricht, dass man so zunächst den Bereich unterhalb des Allerwehrs komplett „abarbeiten“ könnte. Wann diese Richtungsentscheidung gefällt wird, steht noch nicht fest.