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Celle Stadt Celler Höfe behaupten sich
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Höfe behaupten sich
10:42 02.12.2016
Celle Stadt

Anders als in anderen norddeutschen Agrarräumen haben viele Celler Landwirte ihre Betriebe erweitert. „Im Kreis gibt es 65 Biogas-Anlagen, damit haben sich viele ein zusätzliches Standbein geschaffen“, erläutert Mente. Zudem partizipieren davon weitere drei bis fünf Betriebe, die die entsprechenden Waren anliefern, ergänzt Albers. So seien Krisenzeiten leichter zu bewältigen

2013/2014 waren gute Jahre für die Landwirtschaft“, stellt Mente fest. Für die nächsten Jahre hoffe man wieder auf einen positiven Trend. Zweifel hat der Kreislandwirt daran nicht. Ein Auf und Ab habe es immer gegeben. „Bei den Milchpreisen sehen wir schon wieder Silberstreifen am Horizont“, so der Kreislandwirt. Ein Literpreis von unter 30 Cent sei „katastrophal“ gewesen. „Im Durchschnitt lag der Milchpreis 2016 bei 24 Cent, in den guten Jahren bei bis zu 38 Cent“, betont Mente. Auch das Russland-Embargo habe den Landwirten zu schaffen gemacht, da wichtige Märkte weggebrochen seien.

Doch von einem generellen Sterben der Höfe sei der Landkreis Celle nicht betroffen. „2007 gab es 686 Betriebe im Kreis Celle, die größer als fünf Hektar waren, 2010 waren es 668“, gibt Albers an. Dies entspreche einem Verlust von ungefähr einem Prozent. Im Zuge des Strukturwandels gehe man von einem jährlichen Verlust von 1,5 bis 3 Prozent aus. Mit der Veröffentlichung der neuen Daten im Frühjahr sei jedoch wahrscheinlich mit einer höheren Zahl zu rechnen.

Vielmehr sei ein schleichender Prozess erkennbar. „Die Höfe sterben leise“, sagt Martin Albers, „sie verschwinden, ohne groß Aufmerksamkeit zu erregen.“ Die Kind-Generationen hätten nicht immer Interesse daran, den elterlichen Betrieb weiterzuführen. „Die Nachfolge ist oft schwierig“, so der Geschäftsführer, „das sind natürliche demografische Tendenzen.“ Doch ein Nachwuchsproblem bestehe hier nicht. „Im Celler Kreis haben wir 35 Ausbildungsbetriebe“, berichtet Mente, „wir hatten auch Zeiten, da gab es nur 22.“

Generell bestätige sich auch im Landkreis der bundesweite Trend: Weniger Höfe, dafür aber größere Betriebsstrukturen. Während 1989 noch 560 Milch-Betriebe mit durchschnittlich 23 Kühen zu verzeichnen waren, liegt die gegenwärtige Zahl bei 97 Betrieben mit durchschnittlich 88 Kühen, weiß der Kreislandwirt zu berichten.