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Celle Stadt Celler Hugenotten beseitigen Sanierungssünden
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Hugenotten beseitigen Sanierungssünden
15:41 31.03.2017
Von Gunther Meinrenken
Pastor Andreas Flick hält ein Stück abgeplatzter Farbe in der Hand. An dem gesamten Ensemble der Hugenottenkirche an der Hannoverschen Straße hat ein falscher Anstrich für schwere Schäden gesorgt. Quelle: Oliver Knoblich
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Ursache für die Beschädigungen war ein Anstrich, der seinerzeit, so etwa vor 30 Jahren, als der letzte Schrei der Gebäudeunterhaltung galt. „Leider war die Farbe luftundurchlässig. Dadurch sind viele Balken, ohne das man es bemerkt hat, einfach weggegammelt“, erzählt Flick und stößt zum Beweis mit einem Kugelschreiber durch einen Balken am Gemeindehaus. Jetzt sollen die Sanierungssünden an dem gesamten Komplex der Hugenottenkirche beseitigt werden.

Die so genannte „Elefantenhaut“ hat der Substanz der Gebäude arg zugesetzt. Das Holz lässt sich an vielen Stellen mit dem bloßen Finger herauspulen. „Die Sanierung vor zwei Jahren hat uns deshalb damals viel mehr gekostet als erwartet. Dadurch sind bei uns Schulden von 60.000 Euro aufgelaufen“, erläutert Flick. Gleichzeitig sei klar geworden: „Wir müssen etwas machen, bevor auch an den restlichen Gebäuden die Schäden so groß werden, dass es richtig teuer wird.“

Nachdem die Voruntersuchungen abgeschlossen sind, Spenden gesammelt und Förderanträge geschrieben wurden, soll es nun losgehen. „Wir werden am Gemeindehaus, dem Küsterhaus und Teilen der Kirche eine umfangreiche Fassadensanierung vornehmen“, kündigt der Pastor an. Dabei werde nicht nur der alte Anstrich entfernt. An einigen Stellen müssten auch bereits angegriffene Balken ausgetauscht werden. „Zum Teil haben sich die Gebäude schon gesenkt“, berichtet Flick.

Die Sanierungsarbeiten werden etwa 260.000 Euro kosten. Der Eigenanteil der Gemeinde beträgt 10.000 Euro, die durch Spenden zusammengekommen sind. Den Rest übernehmen die Evangelisch-reformierte Landeskirche, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Klosterkammer Hannover, das Landesamt für Denkmalpflege, die Bingo-Umweltstiftung, die Stiftung Kiba und die Landschaft des Fürstentums Lüneburg. Die Ausschreibungen sollen jetzt erfolgen. Zum Winter soll alles fertig sein. „Und dann hoffen wir, dass wir nicht wieder auf böse Überraschungen treffen. Denn das müsste wieder die Gemeinde aus eigener Tasche bezahlen“, so Flick.