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Celle Stadt Celler Hundehalter hat vom Tütentragen die Nase voll
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Hundehalter hat vom Tütentragen die Nase voll
15:20 06.07.2017
Von Dagny Siebke
Hartmut Heppner geht mit seinem Hund „Socke“ gerne an den Dammaschwiesen spazieren. Da zu wenig Abfallbehälter für Hundekot aufgestellt sind, muss er die Tüten für den Hundekot immer mit sich herumtragen. Quelle: Oliver Knoblich
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Hartmut Heppner führt täglich seinen Hund "Socke" aus und hat dafür viele Routen in Celle entdeckt. Er findet es gut, dass Tütenspender zur Beseitigung vom Kot aufgestellt wurden, betont aber: "Das alleine hilft aber nicht. Es muss auch die Möglichkeit zur Entsorgung geben." Zum Beispiel geht ein schöner Wanderweg entlang der Aller von der Pfennigbrücke bis nach Altencelle. "Hier gibt es nur an der Pfennigbrücke die Möglichkeit, die Kottüten in einem Abfallbehälter zu entsorgen", betont Heppner. Auf der Route in Westercelle vom Freibad nach Bennebostel gebe es leider überhaupt keine Möglichkeit, die vollen Tüten loszuwerden.

"Das bedeutet für uns, dass wir den Kotbeutel den gesamten Spaziergang mit uns herumtragen müssen, was auch nicht sehr angenehm ist", erzählt Heppner. Den Beutel im Auto zum nächsten Abfallbehälter zu fahren, sei wegen der Geruchsbelästigung "nun wirklich nicht zumutbar", sagt er. Es sei für alle, die Wanderwege nutzen, unerträglich, dass auf dem Weg oder am Rand der Kot liege. "Hierdurch können auch Tierhasser veranlasst werden, Giftköder auszulegen", so Heppner. Er habe auch schon beobachtet, dass einige Hundehalter die Tüten achtlos in der Aller oder Fuhse entsorgen.

Als Positivbeispiel nennt Heppner dagegen die Gemeinde St. Peter Ording. "Es sind sehr viele Tütenspender mit der Möglichkeit zur Entsorgung aufgestellt worden", sagt er. Um die Entsorgung von Hausmüll zu verhindern, ähnelt der Abfalleimer einem Briefkasten. "St. Peter Ording ist damit sehr hundefreundlich, was auch von Hundebesitzern angenommen wird. Für die große Anzahl von Hunden liegt sehr wenig Kot auf den Wegen." Heppner meint, dass die Einnahmen aus der Hundesteuer für die Anschaffung und Betreibung von Entsorgungsstationen hierfür sehr gut eingesetzt werden könne.

Stadtsprecherin Myriam Meißner hält dagegen, dass eine „Verrechnung“ mit den Einnahmen der Hundesteuer (2016: 303.116 Euro) nicht möglich sei. "Diese Steuer hat aus der Geschichte ja auch eine ganz andere Begründung: Sie dient der Regulierung der Hundehaltung in den Städten", erläutert Meißner. Sie hat nichts mit den Aufwendungen für die Reinigung oder Entsorgung zu tun. Die Kosten dafür werden aus den allgemeinen Mitteln zu getragen und werden auch nicht gesondert ermittelt.

In Celle sind an rund 30 Standorten „Tütenspender“ aufgestellt. Diese befinden sich hauptsächlich in den Grünanlagen der Innenstadt und an wichtigen Verbindungswegen in den Ortsteilen. Dort sind in der Regel auch in unmittelbarer oder zumutbarer Nähe Abfallbehälter für die Entsorgung vorhanden, die regelmäßig vom Grünbetrieb entleert werden – nämlich wöchentlich oder nach Bedarf. An außerörtlichen Wanderwegen gibt es keine Tütenspender und auch so gut wie keine Abfallbehälter. "In der freien Landschaft können sich die Hunde in den Randbereichen der Wege lösen, ohne dass es dringend geboten ist, die Hinterlassenschaften zu entfernen", so Meißner. Schließlich werde das mit Kuhfladen oder Pferdeäpfeln auch nicht gemacht.

"Verantwortungsbewusste Hundehalter führen sowieso eigene Tüten mit", sagt Meißner. Da Grünanlagen aber auch als Liegewiese genutzt werden, stehen dort die Tütenspender auch "aus Erziehungsgründen", betont Meißner. "Natürlich beobachtet die Verwaltung auch hier und da das einfache Wegwerfen der Beutel oder mutwilliges Verstreuen der Tüten", räumt Meißner ein. Dies halte sich jedoch in Grenzen.