Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Celler Insel-Leben mit "urbanem" Lärm
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Insel-Leben mit "urbanem" Lärm
19:28 27.10.2017
Von Michael Ende
Quelle: Oliver Knoblich
Celle Stadt

Als sich die Firma Conmetall, die an der Hafenstraße unter anderem ein Lagergebäude betreibt, und Barilla, dessen Silo einen langen Schatten auf die Insel wirft, zur Planung der Stadt äußerten, war ihr Urteil vernichtend: Die Stadt habe die Firmen und ihre Belange komplett außer Acht gelassen und sich in Sachen Lärmschutz ein „Gefälligkeitsgutachten“ erstellen lassen, so der Vorwurf, der den Planern in vielseitigen anwaltlichen Schreiben gemacht wurde. Dass da etwas dran gewesen sein könnte, zeigt die abrupte Reaktion der Stadt: Sie brach die laufende Bebauungsplanung ab und startete sie neu.

Dabei hatten die städtischen Planer das Glück, das manchmal auch Computer-Benutzer haben, wenn sie ein Problem nach dem „Ausschalten-und-wieder-anschalten“-Prinzip lösen wollen: Auf einmal funktionierte es. Rettung brachte eine neue Gebiets-Kategorie, die der Bund im April 2017 frisch aus der Taufe gehoben hat: das „urbane Gebiet“. Dort darf der gewerbliche Lärm am Tag um drei Dezibel lauter als in Mischgebieten sein und damit bei 63 Dezibel liegen.

Damit habe die Stadt die Chance erhalten, die Konfliktträchtigkeit aus dem Gebiet rauszurechnen“ hieß es jetzt im städtischen Bauausschuss. „Zum Glück“ gebe es die neue „urbane“ Kategorie, sagte Stadtbaurat Ulrich Kinder: „Stadt ist halt auch laut.“ Er kündigte an, die neue Planung jetzt „schnellstmöglich“ auszulegen und fertigzustellen: „Möglichst schon im Januar 2018 soll der Satzungsbeschluss erfolgen.“ Dazu, wann losgebaut werde, äußerte er sich nicht.

Ein Detail verriet Kinder. Auf der Allerinsel solle ein Blockheizkraftwerk entstehen: „Wahrscheinlich wird es eine Nicht-Geothermielösung geben.“ Erdwärme, so Axel Fuchs (CDU), sei „im Moment wirtschaftlich nicht umsetzbar“.