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Celle Stadt Celler KAV-Abiturienten gewinnen das Finale
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler KAV-Abiturienten gewinnen das Finale
00:31 14.07.2014
Von Gunther Meinrenken
Der Schulleiter des Kaiserin-Auguste-Viktoria-Gymnasiums, Bernd Ostermeyer, mit den besten Abiturienten Alice Flemming und Jonas Hauschildt. Quelle: Alex Sorokin
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Schulleiter Bernd Ostermeyer unternahm in seiner Rede einen Ausflug in die Schulpolitik, machte sich Gedanken über die inflationären guten Noten und die Studierfähigkeit von Abiturienten. So hätten in Nordrhein-Westfalen 2012 1160 Schüler ihr Abitur mit einer 1,0 als Durchschnittsnote abgeschlossen. Sieben Jahre zuvor waren es gerade einmal 386. Auf der anderen Seite werde an Hochschulen die zurückgehende Studierfähigkeit bemängelt. Viele Studenten brechen ihr Studium sogar ab.

Am KAV lautet die Abitur-Durchschnittsnote 2,5. Doch was hat die zu bedeuten?, fragte Ostermeyer: "Zunächst einmal gar nichts, denn alle hier sind wir uns einig, dass der Wert eines Menschen nicht durch schulische Noten definiert wird." Gleichwohl wies Ostermeyer darauf hin, dass Abiturienten vom KAV fast nie ihr Studium abbrechen würden. "Das KAV-Abitur hat einen stabilen Wert und bescheinigt Studierbefähigung", so der Schulleiter, der bei in seiner Rede besonders eine Person hervorhob: Klaus Plein, der mit seinem Engagement auf Elternseite über 18 Jahre lang das KAV mitgeprägt habe.

Plein ging in seinen Ausführungen auf zwei gegensätzliche Quellen ein, die das Spannungsfeld aus Persönlichkeitsentwicklung und hohen Erwartungen an die Schüler beschreiben: Humor und Verantwortungsgefühl. Mit Bezug auf die Streitschrift Stephan Hessels "Empört Euch" forderte er die Schüler auf, Themen zu finden, für die Empörung sich lohnt. Der Humor habe eine wichtige soziale Funktion. "Auch ich habe in den vielen Jahren in der Elternvertretung am KAV im Umgang mit der Schulleitung und insbesondere mit Herrn Ostermeyer nie den Humor verloren", so Plein.

Humorvoll waren auch die kurzen Grußworte von Astrid Peters, die nicht als Vorsitzende des Ehemaligen-Vereins, sondern als Goldene Abiturientin aus dem Jahrgang 1964 sprach. Damals waren nur Mädchen am KAV. Wenn es bei Ausflügen regnete, spotteten die Schüler anderer Schulen: "Die Gänseschule geht schwimmen." "Dieselben Jungen warteten aber in sicherem Abstand, um nach der Schule etwas Zeit mit uns zu verbringen", erinnerte sich Peters.

Das Abi-Motto "Jabimaika - Mit Rasta geht's zum Zaster" spießte Jahrgangsleiter Björn Schönfeldt auf. Dabei erinnerte er an die Fußball-Mannschaft des Inselstaats, die "mit viel Kraft, Ausdauer und Kampfeswillen ihr Ziel, die Weltmeisterschaft in Frankreich, erreicht hat" - so wie die Abiturienten auf ihrem Weg zum Abitur. In Anlehnung an die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien meinte Schönfeldt: "Liebe Abiturienten, Ihr habt das Finale gewonnen."