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Celle Stadt Celler Kids sind jetzt bibliotheksfit
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Kids sind jetzt bibliotheksfit
13:44 11.06.2017
Von Dagny Siebke
Gleich zu Beginn der bibfit-Aktion der Stadtbibliothek haben alle teilnehmenden Vorschulkinder einen Rucksack für ihre Bücher bekommen. Gestern haben auch Mika (6) und Anna (6) von der Kita St. Ludwig ihre Urkunde abgeholt. Quelle: Dagny Siebke
Celle Stadt

Die Kinderbibliothek hat sich am Freitagvormittag in einen Theatersaal verwandelt. 125 Kinder lauschen gebannt, was Wolfram Hasenfuß auf der improvisierten Bühne erzählt. Der Wolf fragt sein Publikum: "Und wofür habt ihr euren Führerschein bekommen? Dürft ihr jetzt mit dem Fahrrad oder dem Auto durch die Bibliothek fahren?" Die Vorschulkinder antworten laut "nein". Schließlich haben sie ihre Urkunde bekommen, weil sie viermal hintereinander ihre Stadtbibliothek um die Ecke besucht und sich im Umgang mit Büchern vertraut gemacht haben.

Die Kids kommen von den Kitas an der Fuhsestraße, St. Georg Garten, St. Ludwig und Schlösschen und können die Stadtbibliothek zu Fuß erreichen. Bücher spielen im Alltag der Kita Schlösschen eine große Rolle. Zum Vorlesen liehen die Mitarbeiterinnen regelmäßig Bücher aus, sagt Erzieherin Diana Kraschinski. Doch bei der Aktion "bibfit" konnten sich die Kinder die Bücher selbst aussuchen. Zu den Stichworten "Erzählen und Wissen", "Vorlesen, Zuhören, Ausmalen", "Aussuchen und Ausleihen" und "Was gibt es, wo finde ich es?" wurden die Kinder altersgerecht an Bücher und die Benutzung der Bibliothek herangeführt.

"Besonders begeistert waren die Kinder vom Kuscheltiertag", erzählt Kraschinski. "Wenn die Kinder zum Beispiel ein Schwein aus Plüsch mitgebracht haben, haben sie sich gefragt, was echte Schweine eigentlich fressen." Dann sind die Kinder mit Hilfe der Bibliothekarinnen auf die Suche nach Antworten gegangen und haben Sachbücher durchstöbert. "Es war wichtig, den Kindern zu vermitteln, wo sie was finden", betont die Erzieherin.

Bei jedem Besuch haben die Bibliotheksmitarbeiterinnen den Kindern Geschichten vorgelesen. Zum Beispiel über die verrückte Kuh "Mama Muh", die nur Blödsinn im Kopf hat. "Nach dem Vorlesen hatten die Mitarbeiterinnen ganz viele andere Bücher über Mama Muh parat", so Kraschinski. "Sie haben gutes Durchhaltevermögen bewiesen, auch wenn es mal laut wurde."

Jedes Mal haben die Kinder sich ein Buch ausgeliehen. Sehr beliebt waren die Geschichten von Elsa der Eisprinzessin. "Wenn sich ein Mädchen getraut hat, danach zu fragen, wollten drei weitere Mädchen auch das Buch haben", erzählt Bibliothekarin Dagmar Behrens.

In der Kita Schlösschen haben die Kinder auch ihre Eltern mit dem Lesefieber angesteckt. "Uns haben die Eltern immer ganz stolz berichtet, welche Bücher sie gerade zusammen mit ihren Kindern gelesen haben", betont Kraschinski.

Mehr als 125 Kinder passten nicht in den Lesesaal der Kinderbibliothek, erläutert Petra Moderow, Leiterin der Stadtbibliothek. Mit den vier Kitas sei die Kapazitätsgrenze erreicht. Als Nächstes wolle die Einrichtung ermitteln, wie viele der Kinder mit Bibliotheksführerschein im ersten Jahr danach wieder den Weg zu den Bücherregalen finden. Für die übrigen Kitas, die einen weiteren Weg zur Bibliothek haben, ist das Lesefest in der kommenden Woche gedacht.