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Celle Stadt Celler Kitas suchen händeringend Fachkräfte
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Kitas suchen händeringend Fachkräfte
17:26 10.02.2014
Von Carsten Richter
Nachwuchssorgen in den Kindertages­stätten: Im Landkreis Celle stehen alle Träger vor dem Problem, Fachkräfte zu gewinnen. Durch den neuen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz ist der Bedarf gestiegen. Quelle: Julian Stratenschulte
Celle

„Es ist ein Problem, gute Leute für den Job zu bekommen“, bestätigt Uwe-Schmidt-Seffers, Sprecher des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Celle. „Der Markt ist so gut wie leergefegt.“ Die Kirche zählt, neben dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) und den Kommunen, zu den drei größten Trägern – sie betreibt 17 Einrichtungen im Landkreis, von der Krippe bis zum Hort. Darin werden zurzeit insgesamt 1470 Kinder bis zu zwölf Jahren von 250 Mitarbeitern betreut, der Großteil des Fachpersonals sind Erzieherinnen. Doch es seien nur 95 Prozent der Stellen besetzt, erklärt Gernot Sievert, Sachgebietsleiter im Kirchenamt. „Wir haben einen eklatanten Fachkräftemangel.“ Ein weiteres Problem sei das Beschäftigungsverbot bei einer Schwangerschaft. „Wer nimmt schon freiwillig eine Springerstelle an?“, meint Sievert.

Personalnot auch beim DRK, zu dem im Kreis Celle 19 Kitas gehören: Derzeit seien zwar noch alle Stellen mit mehr als 230 Mitarbeitern besetzt, sagt Fachbereichsleiter Gerd Bakeberg. Doch die Zukunft sehe düster aus. „Erzieherinnen werden unterbezahlt“, so Bakeberg, „und der Beruf wird immer stressiger. Die Anforderungen seitens der Eltern sind gestiegen“.

Was also tun, um wieder mehr Nachwuchskräfte zu gewinnen? Bakeberg fordert von der niedersächsischen Landespolitik den Betreuungsschlüssel herunterzusetzen. Unterdessen versucht das DRK schon selbst, der Entwicklung entgegenzusteuern: Der Tarifvertrag für Erzieher ist an den der Kommunen angeglichen, Einstellungen sind nicht mehr länger befristet.

Die Kirche ist indes bemüht über ganzjährige Praktika beruflichen Nachwuchs zu gewinnen, beim Landkreis gibt es eine fachliche Beratung für die kommunalen Kitas, auch die Organisation von Fortbildungen gehört zu seinen Aufgaben. „Geplant ist außerdem, einen Impuls an die Regelschulen zu geben, das Berufsbild Sozialassistent/Erzieher – insbesondere für männliche Interessenten – bereits dort vorzustellen“, sagt Klaus-Peter Heuer vom Kreisjugendamt. Unmittelbaren Einfluss auf die Gewinnung von Fachkräften hat die Verwaltung jedoch nicht. 25 Kitas im Landkreis sind in kommunaler Trägerschaft. Erst kürzlich ging in Großmoor eine Krippe an den Start, am kommenden Freitag wird in Hermannsburg eine Kita und in Bröckel eine Krippe eröffnet, beide sind in kirchlicher Trägerschaft. (car)