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Celle Stadt Celler Kleingärtner werden zur Kasse gebeten
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Kleingärtner werden zur Kasse gebeten
15:23 18.08.2017
Von Michael Ende
Hier sollen Gelder für die Stadtkasse sprießen: Celles Kleingärtner müssen künftig für ihre Parzellen Pacht bezahlen. Quelle: Sebastian Willnow
Celle Stadt

Dass die Kleingärtner sich mit mehr als null Euro an der städtischen Haushaltskonsolidierung beteiligen sollten, dafür gab es im Celler Stadtrat schon lange eine breite Mehrheit. Doch erst dem neuen Oberbürgermeister Jörg Nigge (CDU) war es gelungen, mit den Vereinen ein vorzeigbares Ergebnis auszuhandeln und zu präsentieren. Das blieb zwar mit prognostizierten Jahreseinnahmen von 24.000 Euro weit hinter den vom Rat im Haushaltskonsolidierungskonzept geforderten 45.000 Euro zurück, doch es war nach Jahren gescheiterter Anläufe immerhin ein Ergebnis.

Dieser veranschlagte Betrag könne sich noch geringfügig ändern, falls Parzellen-Kündigungen erfolgen sollten, so die Verwaltung. Dass die Pacht-Erhebung nicht zum Minusgeschäft werde, habe die Stadt der Bereitschaft der Vereine zu verdanken, weiterhin die Wege und Gemeinschaftsanlagen zu pflegen: „Würde die Stadt diese Aufgaben übernehmen, würde das Kosten in Höhe von etwa 30.000 Euro verursachen.“

Von der Pacht-Erhebung betroffen sein sollen die Kleingartenkolonien „Hospitalwiesen“ im Ortsteil Blumlage/Altstadt, „Kiebitzsee“ (Neustadt/Heese), „Carlslust“ (Hehlentor), „Hollenkamp“ (Boye) und „Karrenweg“ (Vorwerk). Im Ausschuss berichtete der Vorsitzende Heiko Gevers (CDU), dass die Ortsräte in Vorfeld der Sitzung mehrheitlich dem Pacht-Konzept der Stadt zugestimmt hätten.

Die SPD hatte kritisiert, dass Nigge „ein sensibles Thema am Rat vorbei an sich gezogen habe“ und einen Ratsbeschluss ignoriert habe. „Der vorherige Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende hatte nicht die Kraft, sich mit den Kleingärtnern an einen Tisch zu setzen und eine Lösung zu finden – den neue OB hat‘s getan“, so Joachim Ehlers (CDU). Reinhold Wilhelms (SPD) sagte, dass die SPD sich enthalten wolle, weil nicht klar sei, ob das Land den städtischen Haushalt genehmigen werde, wenn nur noch 24.000 Euro anstatt der geplanten 45.000 Euro an Mehreinnahmen generiert würden: „Was wird das Land dazu sagen?“ Harald Range (FDP) zeigte sich zufrieden: „Erreichbar ist, was der Oberbürgermeister erreicht hat.“

Einstimmig votierte das Gremium dafür, dass die Verwaltung nun konkrete Vertragsverhandlungen mit den Kleingartenvereinen aufnehmen solle. Darin soll auch festgeschrieben werden, dass der Pachtzins von jährlich zehn Cent pro bewirtschaftetem Kleingarten-Quadratmeter entsprechend der Kostenentwicklung für die Lebenshaltung nach fünf Jahren erhöht werden soll.