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Celle Stadt Celler Kreispolitik begrüßt Sprachmittlerpool
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Kreispolitik begrüßt Sprachmittlerpool
18:23 08.06.2016
Die Sprachmittler sollen Migranten zum Beispiel bei Arztbesuchen oderbei Behördengängen begleiten, um zu übersetzen und das System zu erklären.  Quelle: Uwe Anspach
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Diese Notfallnummer gibt es laut Liliane Steinke bei der VHS derzeit nicht. Sie betonte außerdem, dass die Sprachmittler keine Aufgaben übernehmen könnten, bei denen mögliche rechtliche Konsequenzen entstehen könnten, also zum Beispiel Vertragsverhandlungen. Die Ausschussvorsitzende Angela Hohmann, die im Aufsichtrat des AKH sitzt, sagte zudem, dass das Krankenhaus über genügend eigenes Personal mit Fremdsprachen verfüge.

Laut Koordinator Jochen Meyer hat er derzeit ungefähr zehn Anfragen pro Woche, die er auch bedienen kann. „Besonders gefragt sind unter anderem Arabisch sowie Farsi und Dari“, sagt Meyer. Beide Sprachen sind Dialekte des Persischen. Farsi wird im Iran gesprochen, Dari in Afghanistan. Nach dem Kursus im Juni wird es dafür Sprachmittler geben. In der Kurzausbildung geht es um rechtliche Frage, aber auch um einen Leitfaden und Gesprächssituationen. „Es gibt auch eine Übung zur interkulturellen Kompetenz“, erklärt Meyer.

Die ehrenamtlichen Sprachmittler bekommen pro Einsatz 20 Euro Aufwandsentschädigung. Deshalb versucht der Sprachkoordinator, möglichst lokale Sprachmittler zu finden, damit keine weiten Anfahrtswege entstehen. „Außerdem versuche ich, Mittler zu beauftragen, die denselben soziokulturellen Hintergrund wie die Person haben, der geholfen werden soll, denn es geht ja nicht nur um Sprache, sondern auch um Kulturvermittlung“, so Meyer. Laut VHS-Leiterin Steinke sei es zum Beispiel nicht ganz einfach, jemanden aus dem arabischen Raum das deutsche Gesundheitssystem zu vermitteln.

Nach dem Start im März kommt das Projekt langsam ins Rollen. Wie Meyer sagte, hat er inzwischen auch in den Landkreiskommunen erste Sprachmittler. So gibt es Helfer unter anderem in Hambühren, Winsen und Wietze. Der allergrößte Teil ist in der Stadt Celle zu Hause. Meyer hofft, dass noch wesentlich mehr Helfer dazukommen. In den vergangenen Wochen war er deshalb auch in den Kommunen unterwegs und hat sich unter anderem mit den Migrationsbeauftragten getroffen.

Der Sprachmittlerpool hat seinen Sitz in der Bahnhofstraße 19 in Celle und ist dienstags von 15 bis 19 Uhr und mittwochs von 10 bis 15 Uhr geöffnet. Sprechzeiten auch nach Vereinbarung. Infos, Anfragen und Kontakt unter Telefon (05141) 9016210 oder per E-Mail j.meyer@vhs-celle.de.

Von Tore Harmening