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Celle Stadt Celler Kreistag bringt Breitband-Projekt auf den Weg
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Kreistag bringt Breitband-Projekt auf den Weg
20:14 04.04.2016
Bis in die Häuser sollen die neuen Anschlüsse für das Breitbandnetz gelegt werden. Wichtig ist, dass 40 Prozent der Haushalte zustimmen, sonst kommt der Ausbau nicht zustande. Quelle: Julian Stratenschulte
Celle Stadt

Einstimmig hat der Kreistag am Montagabend den Ausbau des schnellen Internets auf den Weg gebracht. „Eine gute Breitbandversorgung ist inzwischen für viele Menschen genauso wichtig wie die Anbindung an Straßen“, machte Landrat Klaus Wiswe vor der Entscheidung noch einmal die Bedeutung des Projektes deutlich.

Der Kreis will Haushalte, die bisher unterversorgt sind, mit schnellem Internet ausstatten. Dafür sollen geschätzt 36 Millionen Euro ausgegeben werden, davon sollen beim Kreis maximal sieben Millionen Euro hängen bleiben. „Wir gehen aber sogar davon aus, dass wir die schwarze Null beziehungsweise einen Gewinn über die gesamte Laufzeit von bis zu 25 Jahren erreichen können“, sagte Wiswe. Denn das Netz wird nach Einschätzung der Kreisverwaltung auch am Ende der Laufzeit noch so viel wert sein, dass es sich gut veräußern lässt.

Zudem gibt es die Förderung von Bund und Land, die bei um die 20 Millionen Euro liegen soll. Bedingung ist aber, dass 40 Prozent der Haushalte, die potenziell angeschlossen werden sollen, auch einen Anschluss wollen. „Wenn wir diese Zahl nicht erreichen, sollten wir es ohnehin lassen, denn dann würde der gegenwärtige Bedarf in Celle offenbar ausreichend sein“, machte Wiswe noch einmal deutlich.

Behindert werden könnte diese Zielmarke durch den Einstieg privater Unternehmen in bestimmte blinde Flecken, die bis vor Kurzem noch der Kreis für sich alleine hatte. Der Landrat machte keinen Hehl daraus, dass „es nicht optimal ist, dass Unternehmen, wann immer sie wollen, in die Bereiche einsteigen können.“ Wahrscheinlich werde es jetzt so sein, dass der Kreis in bestimmten Flächen mit der Telekom konkurrieren müsste.

Der Landkreis wird das Netz selbst bauen und dann an einen professionellen Betreiber verpachten. Als möglicher Partner käme zum Beispiel die Celle-Uelzen-Netz infrage, das Projekt muss aber aus rechtlichen Gründen europaweit ausgeschrieben werden. Die Pächtersuche soll nach dem derzeitigen Stand im Spätsommer abgeschlossen werden.

Der neue Pächter des Netzes wird auf die Hausbesitzer zukommen. Unmittelbar im Anschluss folgt dann die Vorvermarktungsphase. Der Hausanschluss ist dabei für die Kunden kostenlos. „Wichtig ist, dass dann Kreistagsabgeordnete und Bürgermeister mithelfen, um den Menschen die Wichtigkeit dieses Angebotes deutlich zu machen“, so Wiswe.

Die Kommunen sind bei diesem Ausbau weitgehend außen vor. Sie haben ihre Verantwortung für den Breitbandausbau bereits zum großen Teil auf den Landkreis übertragen. Eine Ausnahme bildet Wietze. Dort hat sich die Politik für einen Teil des Gemeindegebietes einen Sonderstatus gesichert, um selbst tätig werden beziehungsweise mit Kommunikationsunternehmen in Verhandlungen treten zu können.

Von Tore Harmening