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Celle Stadt Celler Kulturloge ist auf dem Sprung
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Kulturloge ist auf dem Sprung
13:18 24.07.2014
Während einer Informationsveranstaltung hat sich die Celler Kulturloge der Öffentlichkeit präsentiert. - Auch Hilde Rektorschek (vorne rechts), Initiatorin der Kulturlogen und 1. Vorsitzende des - Bundesverbandes, sowie Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (rechts) nahmen an der Veranstaltung teil. Quelle: Alex Sorokin
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In Celle ist die Gründung einer Kulturloge schon lange Jahre geplant, aber erst jetzt sieht es so aus, als ob ein Start gelingen könnte. Die Kulturloge Celle ist sozusagen auf dem Sprung. Das bedeutet zweierlei: Die Kulturloge Celle steht als Verein einerseits kurz davor, ihre Arbeit aufnehmen zu können. Andererseits aber weiß man noch immer nicht, ob der Sprung zu einer Punktlandung führen oder eher im Niemandsland enden wird.

Auf Nachfrage zeigte sich das Celler Vorstandsmitglied der in Gründung befindlichen Loge Thorsten Heuer optimistisch, dass es bald losgehen wird. „Wir haben bereits intensive Gespräche mit Interessenten an diesem Projekt und haben in Kürze weitere Termine mit Kulturveranstaltern, sozialen Institutionen und Sponsoren, die wir für die Unterstützung des Konzeptes dringend benötigen.“ Dieser optimistisch scheinende Beginn eines Antwortschreibens von Heuer auf Fragen der CZ wird im nächsten Satz gleich wieder konterkariert: „Wir möchten deshalb mit der Benennung unserer zukünftigen Partner gern noch ein wenig warten, bis wir die geplanten Gesprächsrunden durchgeführt haben. Gerne verraten wir aber schon jetzt, dass wir sehr viel positive Resonanz und Unterstützung erfahren. Wir sind inzwischen knapp 30 Mitglieder und haben erfreulicherweise bereits einige Spenden erhalten.“

Der gute idealistische Wille ist klar, Konkretes scheint aber im Moment kaum benennbar. Heuer ergänzt noch: „Ein Alleinstellungsmerkmal der Kulturloge in Bezug auf die Vermittlung von Karten ist dabei der persönliche Kontakt zu dem Kulturgast. Das Anliegen der Kulturlogen ist es, nicht nur Karten zu vermitteln, sondern auch etwa solchen Menschen kulturelle Zugänge zu eröffnen, denen es selbst unangenehm ist, dass sie von Staatsgeldern leben müssen. Diese Klientel traut sich häufig nicht, allein in ein Theater zu gehen oder fühlt sich aus anderen Gründen kulturell ausgeschlossen.“

Auf die Frage, dass es doch vielleicht sinnvoller wäre, mit höheren Subventionen allen Kulturinteressierten einen günstigeren Eintritt zu ermöglichen weicht Heuer elegant aus: „Natürlich gibt es keinen Zwang, ausschließlich von staatlichen Bezügen leben zu müssen, um Gast der Kulturloge werden zu können. Die Kulturloge möchte daher auch möglichst viele soziale Institutionen einbinden, um zukünftigen Gästen die Einladung beziehungsweise Anmeldung zu ermöglichen. So kann als Beispiel auch ein alleinerziehender, arbeitender Vater sich über die soziale Institution seines Vertrauens Gast bei uns werden. Grundsätzlich möchten wir Karten vermitteln, die sonst nicht verkauft würden.“

Die Celler Loge sieht sich grundsätzlich als ein Verein, der das Thema einer sozialen Öffnung von kulturellen Veranstaltungen in einem weiten Kontext sieht: „Zusätzlich zu den eigentlichen Veranstaltungen möchten wir unsere Gäste auch in den peripheren Bereichen unterstützen, die vielfach bei Projekten zur kulturellen Teilhabe übersehen werden: Wer passt auf die Kinder auf? Wer kann mich begleiten? Wie komme ich zu der Veranstaltung, und wie komme ich wieder nach Hause? … Hier spielt zunächst die Finanzierungsfrage eine untergeordnete Rolle, vielmehr brauchen wir hier viele fleißige Helfer, die die notwendige Man-Power stellen, die für solch eine Betreuung notwendig ist.“ Aber auch hier findet sich im vorliegenden Schreiben auch wieder eine Einschränkung: „Es wäre toll, wenn die Kulturloge Celle sich so entwickelt, dass wir ausreichend Sponsoren haben, die es uns ermöglichen, Karten zu kaufen und an unsere Gäste weiterzugeben. Aber dieses Ziel liegt noch in weiter Ferne.“ Trotzdem ist man seitens der Kulturloge zuversichtlich, dass es bald losgehen kann.

Bleibt zu hoffen, dass den Aktivisten der Kulturloge diese Zuversicht erhalten bleiben möge und sich weitere Mitstreiter und Sponsoren finden.

Von Reinald Hanke